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3 Zusammenfassung der wesentlichen Rechnungs­legungs­grund­sätze

3.1 Konsolidierung

Tochtergesellschaften

Tochtergesellschaften sind alle Unternehmen, bei denen die Swisscom AG die effektive Möglichkeit zur Beherrschung der Finanz- und Geschäftspolitik hat. Die Beherrschungsmöglichkeit ist üblicherweise gegeben, wenn die Swisscom AG direkt oder indirekt die Mehrheit der Stimmrechte oder der potenziellen Stimmrechte der Gesellschaft hält. Übernommene Unternehmen werden ab dem Erwerbszeitpunkt und verkaufte Unternehmen bis zum Veräusserungszeitpunkt in den Konzern­abschluss einbezogen. Konzerninterne Saldi und Transaktionen, Erträge und Aufwendungen, Beteiligungsverhältnisse und Dividenden sowie unrealisierte Gewinne und Verluste werden vollständig eliminiert. Unrealisierte Verluste können ein Anzeichen einer Wertminderung des konzernintern übertragenen Vermögenswerts sein und die Durch­führung einer Wert­haltig­keitsprüfung zur Folge haben. Die Minderheitsanteile an Tochtergesellschaften werden in der konsolidierten Bilanz innerhalb des Eigenkapitals ausgewiesen, jedoch getrennt vom Eigenkapital, das auf die Aktionäre der Swisscom AG entfällt. Der Minderheitsanteil am Reingewinn oder -verlust wird in der konsolidierten Erfolgsrechnung als Bestandteil des konsolidierten Reingewinns oder -verlusts dargestellt. Änderungen von Beteiligungen an Tochtergesellschaften werden als Transaktionen im Eigenkapital bilanziert, sofern die Beherrschung bereits vorher gegeben war und weiterhin besteht. Verkaufsrechte der Inhaber von Minderheitsanteilen werden als finanzielle Verbindlichkeit ausgewiesen. Sämtliche in den Konzernabschluss einbezogenen Tochtergesellschaften haben den 31. Dezember als Abschlussstichtag. Es bestehen keine wesentlichen Einschränkungen, Mittel von den Tochter­gesellschaften an die Muttergesellschaft zu transferieren.

Assoziierte Gesellschaften

Beteiligungen an assoziierten Unternehmen, die Swisscom massgeblich beeinflusst, aber nicht kontrolliert, werden nach der Equity-Methode bilanziert. Eine massgebliche Beeinflussung kann im Allgemeinen bei einem Stimmrechtsanteil von 20% bis 50% angenommen werden. Bei der Equity-­Methode werden die Beteiligungen zum Erwerbszeitpunkt zu den Anschaffungskosten erfasst. Die Anschaffungskosten setzen sich aus dem anteiligen Nettovermögen und fallweise einem Goodwill zusammen. Im Rahmen der Folgebewertung wird der Beteiligungsbuchwert um das anteilige Ergebnis und die anteiligen übrigen Eigenkapitalveränderungen abzüglich der anteiligen Gewinnausschüttung angepasst. Unrealisierte Gewinne und Verluste aus Transaktionen mit assoziierten Gesellschaften werden anteilig eliminiert.

3.2 Währungsumrechnung

Transaktionen in einer von der funktionalen Währung abweichenden Fremdwährung werden mit dem Kurs zum Transaktionszeitpunkt in die funktionale Währung umgerechnet. Am Bilanzstichtag werden monetäre Positionen zum Stichtagskurs und nicht monetäre Positionen mit dem Trans­aktionskurs in die funktionale Währung umgerechnet und Umrechnungsdifferenzen erfolgswirksam erfasst. Die Konzernrechnung wird in Schweizer Franken präsentiert. Vermögenswerte und Verbindlichkeiten von Tochtergesellschaften und assoziierten Gesellschaften mit einer abweichenden funktionalen Währung werden zu Stichtagskursen, Erfolgsrechnung und Geldflussrechnung zum Durchschnittskurs umgerechnet. Umrechnungsdifferenzen aus der Umrechnung der Nettovermögenswerte und Erfolgsrechnungen werden über das sonstige Gesamtergebnis erfasst. Beim Verkauf einer ausländischen Konzerngesellschaft werden die bisher im Eigenkapital erfassten Umrechnungsdifferenzen ausgebucht und in der Erfolgsrechnung als Teil des Veräusserungs­gewinns oder -verlusts erfasst.

Für die konsolidierte Jahresrechnung sind die wesentlichen Währungen in den Berichtsjahren zu folgenden Kursen umgerechnet worden:

  Stichtag   Durchschnitt
Währung   31.12.2016   31.12.2015   31.12.2014   2016   2015
1 EUR   1,074   1,084   1,202   1,090   1,075
1 USD   1,019   0,995   0,990   0,990   0,966

3.3 Flüssige Mittel

Flüssige Mittel umfassen Bargeld, Sichtguthaben und Terminanlagen bei Finanzinstituten, die beim Zugang eine Restlaufzeit von maximal drei Monaten haben. Diese Definition wird ebenso für die Geldflussrechnung angewendet. Die Bilanzierung von flüssigen Mitteln erfolgt zu den fort­geführten Anschaffungskosten.

3.4 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige Forderungen

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige Forderungen werden zu fortgeführten Anschaffungskosten abzüglich Wertminderungen bilanziert. Der Betrag einer Wertminderung wird unter Verwendung von Wertberichtigungskonten erfasst. Konkrete Ausfälle führen zur Ausbuchung der betreffenden Forderung.

Forderungen und Verbindlichkeiten werden dann saldiert, wenn Swisscom am Abschlussstichtag einen Rechtsanspruch auf Verrechnung hat und beabsichtigt, entweder einen Ausgleich auf Nettobasis herbeizuführen oder gleichzeitig mit der Verwertung des betreffenden Vermögenswerts die dazugehörige Verbindlichkeit abzulösen. Der Anspruch auf Saldierung muss am Abschlussstichtag bestehen und die Saldierung muss sowohl im gewöhnlichen Geschäftsablauf als auch bei Insolvenz der Vertragspartei rechtlich durchsetzbar sein.

3.5 Übrige finanzielle Vermögenswerte

Die übrigen finanziellen Vermögenswerte werden in die folgenden Kategorien eingeteilt: «erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet», «Darlehen und Forderungen», «bis zur Fälligkeit gehalten» und «zur Veräusserung verfügbar». Die Klassifizierung hängt vom jeweiligen Zweck ab, für den die finanziellen Vermögenswerte erworben worden sind. Das Management bestimmt die Klassifizierung der finanziellen Vermögenswerte beim Erwerb und überprüft die Klassifizierung an jedem Bilanzstichtag. Marktübliche Käufe oder Verkäufe von finanziellen Vermögenswerten werden zum Handelstag erfasst beziehungsweise ausgebucht. Finanzielle Vermögenswerte werden beim Erwerb zum beizulegenden Zeitwert (Fair Value) einschliesslich der direkt zurechenbaren Transaktionskosten erfasst. Transaktionskosten von erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerten werden beim Erwerb nicht aktiviert, sondern direkt in der Erfolgsrechnung erfasst. Finanzielle Vermögenswerte werden teilweise oder vollständig ausgebucht, sobald die Rechte von Swisscom auf Mittelflüsse aus den jeweiligen Vermögenswerten entweder verfallen oder übertragen worden sind und Swisscom weder den Risiken ausgesetzt ist, die diesen Vermögenswerten eigen sind, noch einen Anspruch auf irgendwelche Vergütungen daraus hat.

Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte

Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte werden entweder zu Handelszwecken gehalten oder bei der erstmaligen Erfassung als solche klassifiziert. Die Bewertung erfolgt zum beizulegenden Zeitwert. Ein aus der Folgebewertung resultierender Gewinn oder Verlust wird erfolgswirksam erfasst.

Darlehen und Forderungen

Darlehen und Forderungen werden nach der erstmaligen Erfassung zu ihren fortgeführten An­schaffungswerten unter Anwendung der Effektivzins­methode bilanziert. Fremdwährungs­gewinne und -verluste werden in der Erfolgsrechnung erfasst. Die Position Darlehen und Forderungen enthält nebst den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen hauptsächlich Festgeldanlagen mit einer ursprünglichen Laufzeit von über drei Monaten, die Swisscom direkt oder über einen Agenten bei einem Schuldner platziert.

Bis zur Fälligkeit gehaltene finanzielle Vermögenswerte

Die bis zur Fälligkeit gehaltenen finanziellen Vermögenswerte sind finanzielle Vermögenswerte mit einer festen Laufzeit, die Swisscom bis zu ihrer Endfälligkeit halten kann und will. Die finanziellen Vermögenswerte werden nach der erstmaligen Erfassung zu ihren fortgeführten Anschaffungs­kosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode abzüglich Wertminderungen bilanziert. Fremd­währungsgewinne und -verluste werden in der Erfolgsrechnung erfasst. Swisscom hat keine finanziellen Vermögenswerte in dieser Kategorie klassifiziert.

Zur Veräusserung verfügbare finanzielle Vermögenswerte

Alle übrigen finanziellen Vermögenswerte werden als «zur Veräusserung verfügbar» klassifiziert. Zur Veräusserung verfügbare finanzielle Vermögenswerte werden zum beizulegenden Zeitwert bilanziert und alle nicht realisierten Änderungen des beizulegenden Zeitwerts im sonstigen Gesamt­ergebnis erfasst. Währungsbedingte Wertänderungen von Fremdkapitalinstrumenten werden erfolgswirksam erfasst. Bei Verkauf, Wertminderung oder anderweitigem Abgang von zur Ver­äusserung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten werden die seit dem Kauf im sonstigen Gesamtergebnis erfassten kumulierten Gewinne und Verluste aus dem Eigenkapital ausgebucht und als Finanzaufwand oder -ertrag erfasst. Lässt sich für nicht börsennotierte Eigenkapital­instrumente der beizulegende Zeitwert nicht verlässlich bestimmen, werden die Anteile mit den Anschaffungskosten abzüglich allfälliger Wertminderungen bilanziert.

3.6 Vorräte

Vorräte werden mit dem niedrigeren Wert aus Anschaffungs- oder Herstellungskosten und Netto­veräusserungswert bewertet. In die Anschaffungs- oder Herstellungskosten von Vorräten werden alle Kosten des Erwerbs und der Herstellung sowie sonstige Kosten einbezogen, die angefallen sind, um die Vorräte zum Standort und in den vom Management beabsichtigten Zustand zu bringen. Die Anschaffungs- oder Herstellungskosten werden nach der gewichteten Durchschnitts­methode ermittelt. Für schwer verkäufliche Vorräte werden Wertberichtigungen vorgenommen. Unverkäufliche Vorräte werden vollumfänglich abgeschrieben.

3.7 Sachanlagen

Sachanlagen werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzüglich kumu­lierter Abschreibungen und Wertminderungen bilanziert. Die Anschaffungs- oder Herstellungskosten enthalten neben dem Kaufpreis und den direkt zurechenbaren Kosten, um den Vermögenswert an den Standort und in den vom Management beabsichtigten, betriebsbereiten Zustand zu bringen, die geschätzten Kosten für den Abbruch und die Wiederherstellung des Standorts. Die Herstellungskosten von selbst erstellten Anlagen umfassen die direkt zurechenbaren Kosten sowie die indirekten herstellungsbezogenen Material-, Fertigungs- und Verwaltungskosten. Fremdkapitalkosten werden aktiviert, soweit sie der Anschaffung oder Herstellung eines qualifizierten Vermögenswerts direkt zurechenbar sind. Kosten für Ersatz, Erneuerung oder Renovation einer Sachanlage werden als Ersatzinvestition aktiviert, wenn ein zukünftiger Nutzenzufluss wahrscheinlich ist und die Anschaffungs- oder Herstellungskosten verlässlich bewertet werden können. Der Buchwert der ersetzten Teile wird ausgebucht. Alle nicht aktivierbaren Ausgaben für Unterhalt und Reparaturen werden als Aufwand erfasst. Die planmässigen Abschreibungen werden linear vorgenommen, mit Ausnahme von Grundstücken, die nicht abgeschrieben werden.

Die geschätzten wirtschaftlichen Nutzungsdauern für die Hauptkategorien der Sachanlagen betragen:

Kategorie   Jahre
Gebäude und Gebäudeeinrichtungen   10 bis 40
Kabel 1   30
Kanäle 1   40
Übertragungs- und Vermittlungseinrichtungen 1   4 bis 15
Übrige technische Anlagen 1   3 bis 15
Übrige Anlagen   3 bis 15
1 Technische Anlagen.

Sofern wesentliche Teile einer Sachanlage unterschiedliche wirtschaftliche Nutzungsdauern aufweisen, werden diese als separate Komponenten geführt und abgeschrieben. Die Schätzung der Nutzungsdauern berücksichtigt die erwartete Nutzung durch das Unternehmen, den erwarteten physischen Verschleiss, die technischen Entwicklungen sowie die Erfahrungswerte mit vergleichbaren Vermögenswerten. Die Nutzungsdauern und die Restwerte werden mindestens einmal jährlich auf den Abschlussstichtag hin überprüft und, sofern notwendig, angepasst. Mieterausbauten und Installationen in gemieteten Räumlichkeiten werden über die geschätzte wirtschaftliche Nutzungsdauer oder die kürzere vertragliche Mindestmietdauer linear abgeschrieben. Bei Anlagen­abgängen, oder wenn kein weiterer wirtschaftlicher Nutzen der Sachanlage zu erwarten ist, wird der Buchwert der Sachanlage ausgebucht. Gewinne und Verluste aus dem Abgang von Sach­anlagen werden als Differenz zwischen dem Veräusserungserlös und dem Buchwert der Sachanlage ermittelt und erfolgswirksam als übriger Ertrag oder übriger Betriebsaufwand erfasst.

3.8 Unter­nehmens­zusammen­schlüsse und Goodwill

Unter­nehmens­zusammen­schlüsse werden nach der Erwerbsmethode (Akquisitionsmethode) bilanziert. Am Übernahmezeitpunkt werden die Anschaffungskosten zum beizulegenden Zeitwert erfasst. Der Kaufpreis umfasst Zahlungen in bar sowie den beizulegenden Zeitwert (Fair Value) der abgegebenen Vermögenswerte, der eingegangenen oder übernommenen Verpflichtungen und der abgegebenen eigenen Eigenkapitalinstrumente. Verbindlichkeiten in Abhängigkeit von zukünftigen Ereignissen, die auf vertraglichen Vereinbarungen basieren, werden zum beizulegenden Zeitwert berücksichtigt. Zum Erwerbszeitpunkt werden alle identifizierten Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, welche die Ansatzkriterien erfüllen, mit ihren beizulegenden Zeitwerten angesetzt. Der Unterschiedsbetrag zwischen den Anschaffungskosten und den beizulegenden Zeitwerten der übernommenen identifizierbaren Vermögenswerte und Verbindlichkeiten wird nach Berücksichtigung allfälliger Minderheitsanteile als Goodwill erfasst. Ein negativer Unterschiedsbetrag wird nach nochmaliger Überprüfung direkt in der Erfolgsrechnung erfasst. Ein im Rahmen eines Unter­nehmens­zusammen­schlusses entstandener Goodwill wird unter den immateriellen Ver­mögenswerten bilanziert. Der Goodwill wird nicht systematisch abgeschrieben, aber mindestens jährlich auf eine Wertminderung überprüft. Beim Verkauf einer Gesellschaft wird der Buchwert des Goodwills ausgebucht und als Bestandteil des Gewinns oder Verlusts aus Veräusserung ausgewiesen.

3.9 Übrige immaterielle Vermögenswerte

Forschungs- und Entwicklungskosten

Forschungskosten werden nicht aktiviert, sondern zum Entstehungszeitpunkt als Aufwand erfasst. Entwicklungskosten werden nur als immaterieller Vermögenswert aktiviert, sofern sich ein immaterieller Vermögenswert identifizieren lässt, der einen zukünftigen wirtschaftlichen Nutzen bringt, und sofern sich die Kosten dieses Vermögenswerts zuverlässig bestimmen lassen.

Übrige immaterielle Vermögenswerte

Mobilfunklizenzen, selbst erstellte Software sowie sonstige immaterielle Vermögenswerte werden zu Anschaffungs- oder Herstellkosten abzüglich kumulierter Abschreibungen bilanziert. Die Bilanzierung von immateriellen Vermögenswerten aus Unter­nehmens­zusammen­schlüssen wie Marken oder Kundenbeziehungen erfolgt zu Anschaffungskosten, die dem Verkehrswert im Erwerbszeitpunkt entsprechen, abzüglich kumulierter Abschreibungen. Die planmässigen Abschreibungen von Mobilfunklizenzen basieren auf der Vertragsdauer. Sie beginnen, sobald das zugehörige Netz betriebsbereit ist, sofern keine anderen Informationen vorliegen, die zu einer Anpassung der Nutzungsdauer führen.

Nutzungsdauern von übrigen immateriellen Vermögenswerten

Die Schätzung der Nutzungsdauern berücksichtigt die erwartete Nutzung durch das Unternehmen, die technischen Entwicklungen sowie die Erfahrungswerte mit vergleichbaren Vermögenswerten. Die planmässigen Abschreibungen werden nach der linearen Methode mit den folgenden geschätzten wirtschaft­lichen Nutzungsdauern vorgenommen:

Kategorie   Jahre
Software selbst erstellt und gekauft   3 bis 7
Kundenbeziehungen   7 bis 11
Marken   5 bis 10
Sonstige immaterielle Vermögenswerte   3 bis 16

Die Nutzungsdauern werden mindestens einmal jährlich auf den Abschlussstichtag hin überprüft und, sofern notwendig, angepasst.

3.10 Zur Veräusserung gehaltene langfristige Vermögenswerte

Ein langfristiger Vermögenswert oder eine Veräusserungsgruppe ist als zur Veräusserung gehalten zu klassifizieren, wenn der zugehörige Buchwert überwiegend durch ein Veräusserungsgeschäft und nicht durch fortgesetzte Nutzung realisiert wird. Diese Bedingung wird nur dann als erfüllt angesehen, wenn der langfristige Vermögenswert oder die Veräusserungsgruppe im gegenwärtigen Zustand sofort zur Veräusserung verfügbar ist und die Veräusserung hochwahrscheinlich ist. Dabei muss davon ausgegangen werden, dass der Veräusserungsvorgang, zu dem sich das Management verpflichtet hat, innerhalb eines Jahres nach einer solchen Klassifizierung abgeschlossen wird. Langfristige Vermögenswerte oder Veräusserungsgruppen, die zur Veräusserung gehalten werden, sind unter den kurzfristigen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten separat ausgewiesen. Die Vermögenswerte oder Veräusserungsgruppen werden zum niedrigeren Wert aus Buchwert und beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräusserungskosten bewertet. Wertminderungen aus der erstmaligen Klassifizierung werden in der Erfolgsrechnung erfasst. Zur Veräusserung gehaltene Vermögenswerte und Veräusserungsgruppen werden nicht mehr ab­geschrieben.

3.11 Wertminderungen

Wertminderung von finanziellen Vermögenswerten

An jedem Bilanzstichtag werden die Buchwerte der finanziellen Vermögenswerte, die nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, dahingehend überprüft, ob objektive Anzeichen einer Wertminderung bestehen. Bei objektiven Anzeichen einer Wertminderung wie Konkurs, Zahlungsverzug oder sonstigen bedeutenden finanziellen Schwierigkeiten des Schuldners wird eine Wertminderung erfasst. Eine Wertminderung von finanziellen Vermögenswerten, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert werden, berechnet sich aus der Differenz zwischen dem Buchwert und dem Barwert der geschätzten künftigen Geldflüsse unter Berücksichtigung des ursprünglichen effektiven Zinssatzes. Zur Veräusserung verfügbare finanzielle Vermögenswerte, deren beizulegender Zeitwert länger anhaltend oder signifikant unter dem Anschaffungswert liegt, werden als in ihrem Wert beeinträchtigt eingestuft. Bei einer Wert­minderung werden die Verluste aus dem Eigenkapital ausgebucht und in der Erfolgsrechnung als Finanzaufwand erfasst. Bedeutende finanzielle Vermögenswerte werden an jedem Bilanzstichtag einzeln auf eine Wertminderung überprüft. Die Wertminderungen von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie von sonstigen Forderungen erfolgen je nach Art des zugrunde liegenden Geschäfts in Form von Einzelwertberichtigungen oder Portfoliowertberichtigungen, die das erwartete Ausfallrisiko abdecken. Im Rahmen von Portfoliowertberichtigungen werden finanzielle Vermögenswerte auf Basis gleichartiger Kreditrisikoeigenschaften gruppiert und gemeinsam auf Wertminderungen untersucht sowie gegebenenfalls wertberichtigt. Bei der dazu notwendigen Ermittlung der erwarteten künftigen Geldflüsse der Portfolios werden neben den vertraglich vorgesehenen Zahlungskonditionen historische Ausfallerfahrungen berücksichtigt. Die Wertminderungen von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie von sonstigen Forderungen werden als übriger Betriebs­aufwand erfasst. Die Wertminderungen von übrigen finanziellen Vermögenswerten werden im Finanz­aufwand ausgewiesen.

Wertminderung von Goodwill

Der Goodwill wird zum Zweck der Werthaltigkeitsprüfung in zahlungsmittelgenerierende Einheiten (Cash Generating Units) aufgeteilt. Die Werthaltigkeitsprüfung wird im vierten Quartal nach Abschluss der Geschäftsplanung durchgeführt. Wenn unterjährig Anzeichen bestehen, dass die Möglichkeit einer Wertminderung vorliegt, wird eine Prüfung der Werthal­tigkeit der zahlungs­mittelgenerierenden Einheit auf diesen Zeitpunkt vorgenommen. Liegt der erzielbare Betrag (Recoverable Amount) der zahlungsmittelgenerierenden Einheit unter ihrem Buchwert, wird eine Wertminderung des Buchwerts erfasst. Der erzielbare Betrag ist der höhere Wert aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräusserungskosten (Fair Value less Costs of Disposal) oder Nutzungswert (Value in Use). Die bei der Überprüfung angewandte Methode ist in Erläuterung 24 beschrieben. Ein für den Goodwill erfasster Wertminderungsaufwand darf in den nachfolgenden Perioden nicht aufgeholt werden.

Wertminderung von Sachanlagen und übrigen immateriellen Vermögenswerten

Wenn Anhaltspunkte für eine mögliche Wertminderung eines Vermögenswerts vor­liegen, dann wird der erzielbare Betrag des Vermögenswerts ermittelt. Liegt der erzielbare Betrag des Ver­mögenswerts, der dem höheren der beiden Beträge aus seinem beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräusserungskosten und seinem Nutzungswert entspricht, unter seinem Buchwert, dann wird der Buchwert auf den erzielbaren Betrag berichtigt.

3.12 Leasing

Finanzierungsleasing

Ein Finanzierungsleasing liegt vor, wenn im Wesentlichen alle mit dem Eigentum verbundenen Risiken und Chancen eines Vermögenswerts übertragen werden. Der Vermögenswert wird erstmalig zum beizulegenden Zeitwert oder zum niedrigeren Barwert der künftigen Mindestleasingzahlungen bilanziert und über die geschätzte wirtschaftliche Nutzungsdauer oder kürzere Vertragsdauer abgeschrieben. Der Zins­anteil der Leasingzahlungen wird als Zinsaufwand über die Leasingdauer basierend auf der Effektivzinsmethode erfasst. Leasingverträge über Grundstücke und Gebäude werden getrennt erfasst, sofern sich die Leasingzahlungen zuverlässig zuordnen lassen. Gewinne aus Sale-and-Leaseback-Transaktionen werden abgegrenzt und linear über die Leasingvertragsdauer als übriger Ertrag erfasst. Verluste aus Sale-and-Leaseback-Transaktionen werden sofort als Aufwand erfasst.

Operating-Leasing

­Leasingverhältnisse, bei denen nicht alle wesentlichen Risiken und Chancen übergehen, werden als Operating-Leasing behandelt. Die Zahlungen werden linear über die Leasingdauer als übriger Betriebsaufwand erfasst. Gewinne oder Verluste aus Sale-and-Leaseback-Transaktionen werden direkt in der Erfolgsrechnung erfasst.

3.13 Finanzielle Verbindlichkeiten

Finanzielle Verbindlichkeiten werden bei ihrer erstmaligen Erfassung mit dem beizulegenden Zeitwert abzüglich direkter Transaktionskosten angesetzt. Die Folgebewertung erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode.

3.14 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige Verbindlichkeiten

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige Verbindlichkeiten werden zu den fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert.

3.15 Rückstellungen

Rückstellungen werden gebildet, wenn aus einem Ereignis in der Vergangenheit eine gegenwärtige rechtliche oder faktische Verpflichtung besteht, der Abfluss von Mitteln zur Erfüllung dieser Verpflichtung wahrscheinlich ist und die Höhe der Verpflichtung zuverlässig geschätzt werden kann. Rückstellungen werden abgezinst, wenn der Effekt wesentlich ist.

Rückstellungen für Stellenabbau

Kosten, die im Zusammenhang mit der Umsetzung von Stellenabbaumassnahmen entstehen, werden dann erfasst, wenn das Management einen Stellenabbauplan beschlossen hat, eine wahrscheinliche Verpflichtung daraus entstanden ist, die Höhe der Verpflichtung zuverlässig geschätzt werden kann und mit der Umsetzung des Stellenabbauplans begonnen worden ist oder die wesentlichen Punkte des Abbauplans den Betroffenen ausreichend detailliert mitgeteilt worden sind. Die öffentliche Bekanntmachung und/oder die Information der Personalverbände werden mit dem Beginn der Umsetzung gleichgesetzt.

Rückstellungen für Abbruch- und Instandstellungskosten

Swisscom hat rechtliche Verpflichtungen, Übermittlungsstationen und Telekommunikations­anlagen auf fremdem Grund und Boden nach Ausserbetriebnahme abzubrechen und das Eigentum Dritter an den Standorten dieser Anlagen wieder instand zu stellen. Die Abbruchkosten werden als Teil der Anschaffungs­kosten der Anlagen aktiviert und über die Nutzungsdauer der Anlagen abgeschrieben. Die Rückstellungen werden zum Barwert der gesamten künftigen Kosten bewertet und unter den langfristigen Rückstellungen ausgewiesen. Wird die Bemessung der Rückstellung angepasst, dann wird der Barwert der Anpassungen in der Verpflichtung entweder zu den Kosten der entsprechenden aktivierten Anlage addiert oder von diesen Kosten abgezogen. Der Betrag, der von den Kosten der Sachanlage abgezogen wird, darf nicht höher liegen als der Nettobuchwert der Position. Ein Überschuss wird direkt in der Erfolgsrechnung erfasst.

3.16 Segmentierung und Umsatzrealisierung

Allgemein

Der Umsatz wird zum beizulegenden Zeitwert der erhaltenen Gegenleistung abzüglich Mehrwertsteuer, Preisnachlässen, Mengenrabatten und sonstiger Erlösminderungen ausgewiesen. Umsätze werden dann erfasst, wenn es wahrscheinlich ist, dass der mit der Transaktion verbundene zukünftige Nutzen Swisscom zufliesst und sich der Betrag verlässlich schätzen lässt. Wenn Swisscom als Prinzipal agiert, werden die Umsätze brutto ausgewiesen. Tritt Swisscom in einer Transaktion bei wirtschaftlicher Betrachtungsweise lediglich als Vermittlerin oder Agentin auf, werden die Umsätze abzüglich der entsprechenden Kosten netto ausgewiesen. Bei Mehrkomponentenverträgen ist der Umsatz für jede der identifizierbaren Komponenten separat zu erfassen. Der Preis für das gesamte Mehrkomponentengeschäft wird auf der Grundlage der anteiligen beizulegenden Zeitwerte auf die unterschiedlichen Komponenten aufgeteilt.

Dienstleistungen nach Segmenten
Privatkunden

Das Segment Privatkunden enthält im Wesentlichen die Anschlussgebühren für Breitband- und TV-Dienste, Festnetz- und Mobilfunkabonnemente sowie den nationalen und internationalen Telefon- und Datenverkehr von Privatkunden. Weiter umfasst das Segment Mehrwertdienste und den Verkauf von Endgeräten.

Kleine und Mittlere Unternehmen

Das Segment Kleine und Mittlere Unternehmen enthält hauptsächlich die Anschlussgebühren für Breitbanddienste, Festnetz- und Mobilfunkabonnemente sowie den nationalen und internationalen Telefon- und Datenverkehr von Kunden aus kleineren und mittleren Unternehmen. Weiter umfasst das Segment das Geschäft mit Online-Verzeichnissen und Telefonbüchern.

Grossunternehmen

Das Segment Grossunternehmen ist auf Kommunikationsgesamtlösungen für Grossunternehmen ausgerichtet. Sein Angebot umfasst im Bereich der betrieblichen ICT-Infrastruktur die ganze Bandbreite vom Einzelprodukt bis zur Gesamtlösung.

Wholesale

Das Segment Wholesale umfasst zur Hauptsache die Nutzung des Swisscom Fest- und Mobilfunknetzes durch andere Tele­kommuni­kations­anbieter sowie die Nutzung fremder Netze durch Swisscom. Weiter enthält Wholesale das Roaming mit ausländischen Anbietern, deren Kunden das Swisscom Mobilfunknetz nutzen, sowie Breitbanddienste und regulierte Produkte als Folge der Entbündelung der «letzten Meile» für andere Tele­kommuni­kations­anbieter.

IT, Network & Innovation

Das Segment IT, Network & Innovation ist im Wesentlichen für die Planung, den Betrieb und den Unterhalt der Swisscom Netzinfrastruktur und damit aller IT-Systeme zuständig. Es ist für die Entwicklung und Produktion von standardisierten IT- und Netzleistungen für den gesamten Konzern verantwortlich. Zudem enthält IT, Network & Innovation die Unterstützungsfunktionen Finanzen, Personalwesen und Strategie von Swisscom Schweiz sowie die Bewirtschaftung der Immobilien in der Schweiz.

Fastweb

Fastweb ist in Italien einer der grössten Anbieter von Breitbanddiensten. Das Produktportfolio umfasst Sprach-, Daten-, Breitband- und TV-Dienstleistungen sowie Video on Demand für Privat- und Geschäftskunden. Zudem bietet Fastweb auf Basis eines MVNO-Vertrags (als virtueller Netzbetreiber) Mobilfunkdienste an. Hinzu kommen umfassende Netzwerkdienstleistungen und kunden­spezifische Lösungen.

Übrige operative Segmente

Die Übrigen operativen Segmente umfassen hauptsächlich den Bereich Participations. Zudem enthalten sind die Bereiche Health und Connected Living. Participations besteht im Wesentlichen aus den Tochtergesellschaften Billag AG, cablex AG und Swisscom Broadcast AG. Die Billag AG führt im Auftrag des Bundes das Inkasso der Radio- und Fernsehempfangsgebühren durch. Die cablex AG ist im Bau und Unterhalt von drahtgebundenen und drahtlosen Netzen in der Schweiz, in erster Linie im Bereich der Telekommunikation, tätig. Die Swisscom Broadcast AG ist in der Schweiz die führende Anbieterin von Rundfunkdiensten, von plattformübergreifenden Diensten für Kunden im Medienbereich und von Sicherheitsfunk.

Umsatzrealisierung von Dienstleistungen
Kombi-Angebote

Swisscom bietet Bündelangebote an, die Breitband und TV sowie wahlweise einen Festnetz­anschluss mit Telefonie enthalten. Sie werden für fixe monatliche Abonnementsgebühren (Pauschal­tarif) angeboten. Die Umsatzerfassung erfolgt linear über die Vertragsdauer.

Mobilfunk

Die Mobilfunkdienste umfassen die Grundgebühren; ferner den nationalen und internationalen Mobilfunkverkehr von Swisscom Kunden in der Schweiz, die von Swisscom Kunden im Ausland geführten Gespräche sowie Roaming mit ausländischen Anbietern, deren Kunden das Swisscom Netz nutzen. Weiter beinhalten die Mobilfunkdienste Mehrwertdienste, den Datenverkehr und den Verkauf von Mobilfunkgeräten. Umsätze aus dem Mobilfunkverkehr werden auf Basis der in Anspruch genommenen Nutzungs­minuten realisiert. Swisscom bietet Abonnemente mit fixen monatlichen Abogebühren (Flatrate) an, deren Umsatz linear über die Vertragsdauer erfasst wird. Aufschaltgebühren werden abgegrenzt und linear über die Mindestvertragsdauer als Umsatz erfasst. Besteht keine Mindestvertragsdauer, wird der Umsatz zum Zeitpunkt der Aufschaltung realisiert. Roamingleistungen werden aufgrund von Gesprächsminuten oder vertraglich vereinbarten Tarifen zum Zeitpunkt der erbrachten Leistung als Umsatz erfasst. Der Ausweis von Roamingleistungen mit anderen Tele­kommuni­kations­anbietern erfolgt brutto. Mehrwertdienste sowie Text- und Multimedianachrichten werden wie der Verkauf von Mobilfunkgeräten zum Zeitpunkt der erbrachten Leistung als Umsatz erfasst.

Wird ein Mobilfunkgerät im Bündelangebot mit einem Abonnement verkauft, handelt es sich um ein Mehrkomponentengeschäft. Der Preis für das gesamte Mehrkomponentengeschäft wird auf der Grundlage der anteiligen Einzelveräusserungspreise auf die unterschiedlichen Komponenten aufgeteilt. Der zu erfassende Umsatz einer einzelnen Komponente wird dabei durch den Teil der vom Kunden zu erbringenden Gegenleistung für das gesamte Mehrkomponentengeschäft begrenzt, dessen Zahlung nicht von der Erbringung weiterer Leistungen abhängig ist.

Festnetz

Die Festnetzdienste enthalten im Wesentlichen die Anschlussgebühren und den nationalen und internationalen Telefonverkehr für Privat- und Geschäftskunden, die Mietleitungen, die Benutzung des Swisscom Festnetzes durch andere Tele­kommuni­kations­anbieter, die Erbringung von Payphone Services und Operator Services sowie das Geschäft mit Telefonkarten und den Verkauf von End­geräten. Installations- und Aufschaltgebühren werden abgegrenzt und linear über die Mindest­vertragsdauer als Umsatz erfasst. Besteht keine Mindestvertragsdauer, wird der Umsatz zum Zeitpunkt der Installation beziehungsweise der Aufschaltung realisiert. Umsätze für Telefongespräche werden zum Zeitpunkt erfasst, in dem die Gespräche geführt werden. Umsätze aus dem Verkauf von Telefonkarten werden auf Basis in Anspruch genommener Nutzungsminuten oder bei Verfall abgegrenzt und realisiert. Mietleitungsentgelte werden linear über die Vertragsdauer als Umsatz erfasst. Der Umsatz aus dem Verkauf von Endgeräten wird zum Zeitpunkt der Lieferung realisiert.

Breitband

Die Breitbanddienste umfassen das Angebot von Breit­band­anschlüssen für Privat- und Geschäftskunden sowie von Breit­band­anschlüssen für den Grosshandel (Wholesale). Umsätze aus Bereit­stellungsentgelten werden abgegrenzt und linear über die Mindestvertragsdauer als Umsatz erfasst. Besteht keine Mindestvertragsdauer, wird der Umsatz zum Zeitpunkt der Installation beziehungsweise der Aufschaltung realisiert.

TV

Im Bereich TV werden Umsätze durch das Angebot von TV-Diensten und Video on Demand erzielt. Umsätze aus TV-Dienstleistungen enthalten einmalige Instal­lations- und Aufschaltgebühren und wiederkehrende Abonnementsgebühren. Die Installations- und Aufschaltgebühren im Zusammenhang mit der Installation werden abgegrenzt und linear über die Mindestvertragsdauer als Umsatz erfasst. Besteht keine Mindestvertragsdauer, wird der Umsatz zum Zeitpunkt der Installation beziehungsweise der Aufschaltung realisiert.

Kommunikations- und IT-Lösungen

Der Dienstleistungsbereich der Kommunikations- und IT-Lösungen umfasst im Wesentlichen die Beratung und die Umsetzung sowie die Wartung und den Betrieb von Kommunikationsinfrastrukturen. Im Weiteren gehören Applikationen und Dienstleistungen, ferner die Integration, der Betrieb und die Wartung von Datennetzwerken sowie Outsourcing-Dienste dazu. Umsätze aus kunden­spezifischen Fertigungsaufträgen werden nach Massgabe des Fertigstellungsgrads erfasst, der sich nach dem Verhältnis der angefallenen Kosten zu den voraussichtlichen Gesamtkosten richtet. Die Umsätze für langfristige Outsourcing-Verträge werden in Abhängigkeit von der für den Kunden erbrachten Leistungsmenge als Umsatz erfasst. Die Initialkosten zur Übernahme und Integration der Outsourcing-Transaktionen werden als übriger Vermögenswert aktiviert und linear über die Vertragsdauer erfolgswirksam erfasst. Wartungsumsätze werden gleichmässig über die Laufzeit der Wartungsverträge erfasst.

3.17 Kundenakquisitions- und -bindungskosten

Swisscom bezahlt Provisionen an Händler für die Gewinnung und Erhaltung von Swisscom Kunden. Die jeweilige Provision ist abhängig vom Abonnementstyp. Kundenakquisitions- und Kunden­bindungs­kosten werden sofort als Aufwand erfasst, da die Kriterien zur Aktivierung nicht erfüllt sind.

3.18 Personalvorsorge

Die versicherungsmathematischen Berechnungen des Aufwands und der Verpflichtungen aus leistungsorientierten Vorsorgeplänen werden durch qualifizierte Experten nach der Methode der laufenden Einmalprämien (Projected-Unit-Credit-Methode) durchgeführt. Die letzte versicherungsmathematische Bewertung ist per 31. Dezember 2016 erstellt worden. In der Erfolgsrechnung werden der laufende Dienstzeitaufwand, der nachzuverrechnende Dienstzeitaufwand aus Planänderungen und Planabgeltungen sowie die Verwaltungskosten im Personalaufwand und die Verzinsung der Nettoverpflichtung im Finanzaufwand dargestellt. Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste und der Ertrag aus dem Planvermögen mit Ausnahme der Beträge, die in den Nettozinsen enthalten sind, werden im sonstigen Gesamtergebnis ausgewiesen.

Die Annahmen der zukünftigen Nettoleistungen werden in Übereinstimmung mit den Bestimmungen im formalen Regelungswerk des Plans festgelegt. Für Schweizer Vorsorgepläne umfassen die massgebenden formalen Regelungen das Reglement der Vorsorgeeinrichtung sowie die relevanten Gesetze, Verordnungen und Weisungen über die berufliche Vorsorge, vor allem die darin enthaltenen Bestimmungen über die Finanzierung und die Massnahmen zur Behebung von Unterdeckungen von Vorsorgeeinrichtungen. Ab dem Geschäftsjahr 2016 werden bei der Festlegung der finanziellen Annahmen Risk-Sharing-Eigenschaften in den formalen Regelungen berücksichtigt, welche den Arbeitgeberanteil an den Kosten der künftigen Leistungen begrenzen und auch Arbeitnehmer in die Verpflichtungen zur allfälligen Zahlung von Zusatzbeiträgen zur Behebung von Unterdeckungen einbinden.

Ist die Höhe der zugesagten langfristigen Erwerbsunfähigkeitsleistungen (Invalidenrenten) un­geachtet der Dienstjahre für alle versicherten Arbeitnehmer gleich, werden die Kosten für diese Leistungen bei Eintritt des Ereignisses, durch das die Erwerbsunfähigkeit verursacht wird, erfasst.

3.19 Aktienbasierte Vergütungen

Die Kosten der Ausgabe von Aktien an Mitarbeitende sowie an Mitglieder der Konzernleitung und des Verwaltungsrats entsprechen dem beizulegenden Zeitwert der Aktien zum Zeitpunkt der Ausgabe. Die entsprechenden Kosten werden als Personal­aufwand in der Pe­riode gebucht, in welcher der Anspruch entstanden ist.

3.20 Ertragssteuern

Ertragssteuern umfassen alle gewinnabhängigen geschuldeten und latenten Ertragssteuern. Nicht gewinnabhängige Steuern wie Liegenschafts- und Kapitalsteuern werden als übriger Betriebsaufwand erfasst. Die latenten Ertragssteuern werden nach der bilanzorientierten Verbindlichkeitenmethode berechnet, wobei grundsätzlich auf allen zeitlichen Differenzen latente Ertragssteuern erfasst werden. Zeitliche Differenzen ergeben sich aus Abweichungen zwischen dem Buchwert einer Bilanzposition im Konzernabschluss und dem entsprechenden Steuerwert, die sich in künftigen Perioden wieder ausgleichen. Der zur Ermittlung von latenten Ertragssteuern angewandte Steuersatz entspricht demjenigen Satz, der bei der Realisierung der zeitlichen Differenz erwartet wird, basierend auf dem per Bilanzstichtag gültigen oder angekündigten Steuersatz. Latente Ertragssteuerguthaben werden nur dann aktiviert, wenn es wahrscheinlich ist, dass sie mit künftigen steuerbaren Gewinnen verrechnet werden können. Ertragssteuerschulden, die auf Ausschüttungen von thesaurierten Gewinnen von Konzerngesellschaften erhoben werden, sind nur erfasst, sofern die Ausschüttung der Gewinne in absehbarer Zukunft vorgesehen ist. Laufende beziehungsweise latente Ertragssteuerguthaben und -schulden werden verrechnet, wenn sie von der gleichen Steuerbehörde erhoben werden und das gleiche Steuersubjekt betreffen.

3.21 Derivative Finanzinstrumente

Derivative Finanzinstrumente werden erstmalig zum beizulegenden Zeitwert erfasst und an­schlies­send zu ihren beizulegenden Zeitwerten bilanziert. Die Verbuchungsmethode der Änderungen des beizulegenden Zeitwerts hängt vom abgesicherten Grundgeschäft und von der Absicht des Kaufs oder der Ausgabe dieses Grundgeschäfts ab. Beim Abschluss eines derivativen Finanz­instruments bestimmt das Management den Zweck der Sicherungsbeziehung: Absicherung des beizulegenden Zeitwerts eines Vermögenswerts beziehungsweise einer Verbindlichkeit (Fair Value Hedge) oder Absicherung künftiger Zahlungsströme von künftigen Transaktionen (Cash Flow Hedge). Änderungen im beizulegenden Zeitwert von derivativen Finanzinstrumenten, die als Sicherungs­instrumente für Fair Value Hedges designiert sind, werden in der Erfolgsrechnung erfasst. Änderungen im beizulegenden Zeitwert von derivativen Finanzinstrumenten, die als Sicherungsinstrumente für Cash Flow Hedges designiert sind, werden über das sonstige Gesamtergebnis erfasst und in der Absicherungsreserve im Eigenkapital ausgewiesen. Wenn aus der erwarteten künftigen Transaktion der Ansatz eines nicht finanziellen Vermögenswerts oder einer nicht finanziellen Verbindlichkeit resultiert, werden die kumulativen Bewertungsdifferenzen vom Eigenkapital in die Anschaffungskosten des Vermögenswerts oder der Verbindlichkeit um­gebucht. Resultiert aus der Absicherung einer erwarteten Transaktion später die Erfassung eines finanziellen Vermögenswerts oder einer finanziellen Verbindlichkeit, so wird der im Eigenkapital erfasste Betrag in derselben Periode in der Erfolgsrechnung erfasst, in welcher der finanzielle Vermögenswert oder die finanzielle Verbindlichkeit das Ergebnis beeinflusst. Andernfalls werden die im Eigenkapital verbuchten Beträge analog den Geldflüssen der beabsichtigten oder vereinbarten künftigen Transaktion periodengerecht in der Erfolgsrechnung als Ertrag oder Aufwand erfasst. Änderungen des beizulegenden Zeitwerts von derivativen Finanzinstrumenten, die nicht als Sicherungsinstrument designiert sind, werden sofort in der Erfolgsrechnung erfasst.

3.22 Neue und geänderte Rechnungslegungsvorschriften

Änderungen von International Financial Reporting Standards und Interpretationen, die erstmalig im Geschäftsjahr anzuwenden sind

Ab 1. Januar 2016 wendet Swisscom folgende Änderungen der bestehenden International Financial Reporting Standards (IFRS) und Interpretationen an, die keinen wesentlichen Einfluss auf das Ergebnis oder die Finanzlage des Konzerns haben:

Standard   Titel
Änderungen an IFRS 11   Bilanzierung von Akquisitionen von Anteilen an gemeinschaftlichen Tätigkeiten
Änderungen an IAS 1   Offenlegungsinitiative
Änderungen an IAS 16 und IAS 38   Klarstellung akzeptierter Abschreibungsmethoden
Diverse   Änderungen von IFRS 2012–2014
Änderungen von International Financial Reporting Standards und Interpretationen, die noch nicht zwingend anwendbar sind

Die folgenden, bis Ende 2016 publizierten International Financial Reporting Standards und Interpretationen müssen ab dem Geschäftsjahr 2017 oder später angewendet werden:

Standard   Titel   Gültig ab
Änderungen an IAS 7   Offenlegungsinitiative   1. Januar 2017
Änderungen an IAS 12   Ansatz von aktiven latenten Steuern bei nicht realisierten Verlusten   1. Januar 2017
IFRIC 22   Transaktionen in fremder Währung und im Voraus gezahlte Gegenleistungen   1. Januar 2018
Änderungen an IFRS 2   Klassifizierung und Bewertung von anteilsbasierter Vergütungstransaktionen   1. Januar 2018
IFRS 9   Finanzinstrumente   1. Januar 2018
IFRS 15   Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden und damit zusammenhängende Klarstellungen von IFRS 15 Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden   1. Januar 2018
IFRS 16   Leasingverhältnisse   1. Januar 2019
Diverse   Änderungen von IFRS 2014–2016   1. Januar 2017 bzw. 1. Januar 2018

Swisscom wird ihre Berichterstattung im Hinblick auf diejenigen neuen beziehungsweise geänderten Standards überprüfen, die am oder nach dem 1. Januar 2017 in Kraft treten und durch Swisscom nicht frühzeitig angewendet werden. Zum heutigen Zeitpunkt erwartet Swisscom keine wesentlichen Auswirkungen auf die Konzernrechnung mit Ausnahme der nachfolgend dargestellten Änderung.

IFRS 15 «Umsätze aus Verträgen mit Kunden»: Der neue Standard sieht im Grundsatz zu den aktuell gültigen Vorschriften ein einziges, prinzipienbasiertes, fünfstufiges Modell vor, das auf alle Verträge mit Kunden anzuwenden ist. Nach IFRS 15 ist der Betrag als Umsatzerlös zu erfassen, der für die Übertragung von Gütern oder Dienstleistungen an Kunden als Gegenleistung erwartet wird. Hinsichtlich der Bestimmung des Zeitpunkts beziehungsweise des Zeitraums kommt es nicht mehr auf die Übertragung der Risiken und Chancen, sondern auf den Übergang der Kontrolle an den Gütern oder Dienstleistungen auf den Kunden an. Für Mehrkomponentenverträge regelt IFRS 15 explizit, dass der Transaktionspreis auf die einzelnen identifizierten Leistungsverpflichtungen im Verhältnis der relativen Einzelveräusserungspreise aufzuteilen ist. Der neue Standard enthält ausserdem neue Regelungen zu den Kosten zur Erfüllung und Erlangung eines Vertrags sowie Leitlinien zur Frage, wann solche Kosten zu aktivieren sind. Weiter fordert der Standard neue, umfangreichere Angaben im Anhang. Swisscom erwartet, dass die umfassenden Änderungen – besonders im Bereich der Bilanzierung von Mehrkomponentenverträgen und der vorgeschriebenen Aktivierung von Kundengewinnungskosten – einen Einfluss auf die Konzernrechnung haben werden. IFRS 15 wird die nachfolgenden wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss von Swisscom haben:

  • Bei Mehrkomponentenverträgen (Mobilfunkvertrag mit subventioniertem Mobilfunkgerät) ist eine Umverteilung des Umsatzes auf die vorab gelieferte Komponente (Mobilfunkgerät) vor­zunehmen, so dass die Umsätze zeitlich früher erfasst werden. Die Umsatzhöhe bleibt über die Vertragslaufzeit unverändert.
  • An Händler gezahlte Provisionen (Kundengewinnungskosten) sowie Kosten für Router und Set-Top-Boxen (Vertragserfüllungskosten) werden aktiviert und über die Vertragslaufzeit als Aufwand erfasst.
  • Swisscom wird IFRS 15 voraussichtlich durch Anpassung des Eigenkapitals in Höhe des kumulativen Effekts ab dem 1. Januar 2018 anwenden (kumulative Methode).

Die Auswirkungen werden im Rahmen eines konzernübergreifenden Projekts zur Implementierung des neuen Standards untersucht. Eine verlässliche Schätzung der quantitativen Effekte ist jedoch vor Abschluss dieses Projekts nicht möglich.

IFRS 16 «Leasing»: Für den Leasingnehmer sieht IFRS 16 ein einziges Bilanzierungsmodell vor. Die bisher unter IAS 17 erforderliche Unterscheidung zwischen Finanzierungs- und Operating Leasingverhältnissen entfällt damit künftig für den Leasingnehmer. Der Leasingnehmer erfasst in seiner Bilanz eine Leasingverbindlichkeit für die künftig vorzunehmenden Leasingzahlungen sowie ein Nutzungsrecht am zugrunde liegenden Vermögenswert. Der Leasinggeber unterscheidet für Bilanzierungszwecke weiterhin zwischen Finanzierungs- oder Operating-Leasing-Verhältnissen. Das Bilanzierungsmodell von IFRS 16 unterscheidet sich hierbei nicht wesentlich von den bisherigen Bestimmungen in IAS 17. Swisscom erwartet, dass die umfassenden Änderungen einen wesentlichen Einfluss auf die Konzernrechnung haben werden. Allerdings lässt sich eine verlässliche Schätzung der Auswirkungen aus der Anwendung von IFRS 16 erst vornehmen, wenn die detaillierte Analyse abgeschlossen ist.

IFRS 9 «Finanzinstrumente»: Der Standard umfasst neue Regelungen zur Klassifizierung und Bewertung von finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten, die Erfassung von Wertminderungen und die Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen. Aus den neuen Vorschriften werden sich in einigen Fällen Änderungen in der Klassifizierung ergeben und die neuen Vorschriften zur Wert­minderung werden in einigen Fällen zu früheren aufwandswirksamen Verlusten führen. Swisscom hat die Detailanalyse noch nicht abgeschlossen, erwartet jedoch keine wesentlichen Änderungen auf die Konzernrechnung.