Inhalt

Downloads

Sprache

Schliessen

Keine Suchresultate. Bitte Suchbegriff anpassen.

Rahmenbedingungen

Gesamtwirtschaftliches Umfeld

Das gesamtwirtschaftliche Umfeld beeinflusst die Finanz-, Vermögens- und Ertragslage von Swisscom wesentlich; so besonders die Entwicklung der Konjunktur, der Zinsen, der Währungskurse und der Kapitalmärkte.

Konjunktur

Im Jahr 2016 fiel das Wirtschaftswachstum leicht besser aus als im Vorjahr. Zu diesem Wachstum beigetragen hat vor allem eine Zunahme der Nettoexporte. Nach wie vor wird die gesamtwirtschaftliche Entwicklung durch die Geldpolitik der Schweizerischen Nationalbank und auch der Europäischen Zentralbank beeinflusst. Die Inflation, gemessen am Landesindex der Konsumentenpreise, ist geringfügig gestiegen. In der langfristigen Betrachtung sind die Inflationsraten aber weiterhin auf einem sehr tiefen Niveau.

Ein wesentlicher Teil der Umsätze von Swisscom aus Telefonie und Breitbanddiensten beruht auf festen Monatsgebühren mit geringen konjunkturell bedingten Nachfrageschwankungen. Einen zyklischeren Geschäftsverlauf verzeichnet hingegen das Projektgeschäft mit Geschäftskunden.

Zinsen

Das allgemeine Zinsniveau in der Schweiz liegt historisch tiefer als in den meisten anderen Industrieländern. Im Berichtsjahr hat die Geldpolitik der Schweizerischen Nationalbank (SNB) sowie der europäischen und amerikanischen Zentralbanken die Höhe und die Entwicklung der Zinsen massgeblich geprägt. Die SNB hob am 15. Januar 2015 den Mindestkurs von CHF 1.20 pro EUR auf und führte gleichzeitig Negativzinsen für Guthaben auf Girokonten ein. In der Folge sanken auch die Renditen zehnjähriger Bundesobligationen in den negativen Bereich. Ende 2016 betrugen sie minus 0,14%.

WSGE_DP_GR_Zinsentwicklung

Die Zinsentwicklung hat direkte Auswirkungen auf die Höhe der Finanzierungskosten und beeinflusst in der Konzernrechnung die Bewertung von unterschiedlichen Abschlusspositionen wie Vermögenswerten, langfristigen Rückstellungen und Vorsorgeverpflichtungen. Swisscom hat auch 2016 die anhaltende Phase negativer Zinsen mit verschiedenen Finanzierungstransaktionen genutzt. Zu vorteilhaften Zinskonditionen hat sie drei Anleihen über insgesamt CHF 700 Millionen mit Laufzeiten zwischen 11 und 16 Jahren aufgenommen. Zusätzlich wurde eine fällig gewordene Private Platzierung über CHF 150 Millionen um 15 Jahre verlängert. Der Anteil der variabel verzinslichen finanziellen Verbindlichkeiten beträgt 21%, die Zinskosten aller Finanzschulden haben sich 2016 im Durchschnitt auf 1,9% (Vorjahr 2,3%) belaufen. Weiter hat Swisscom in der Vergangenheit Zinssatzswaps mit langen Laufzeiten abgeschlossen, die nicht für Hedge Accounting klassifizieren. Änderungen der Marktzinsen können zu hohen ergebniswirksamen Schwankungen der bilanzierten Marktwerte führen.

Währung

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat am 15. Januar 2015 die Aufhebung des Mindestkurses CHF/EUR von 1.20 mitgeteilt. In der Folge wertete sich der Schweizer Franken vor allem gegenüber dem EUR stark auf. Ende 2016 lag der Kurs des CHF/EUR bei 1.07.

WSGE_DP_GR_EURO_CHF

Die direkten Nettoauswirkungen der Währungsentwicklung auf die operative Tätigkeit von Swisscom in der Schweiz sind nicht besonders gross. Der Anteil von in der Schweiz erzielten Um­sätzen in Fremdwährungen ist gering. Beim Einkauf von Endgeräten und technischen Anlagen sowie bei Gebühren, die für die Benützung von ausländischen Fest- und Mobilfunknetzen durch Swisscom Kunden anfallen (Roaming), bestehen Transaktionsrisiken in Fremdwährungen (vor allem EUR und USD). Diese Risiken werden teilweise durch Devisentermingeschäfte abgesichert.

Swisscom finanziert sich mehrheitlich in Schweizer Franken. Der Anteil der finanziellen Verbindlichkeiten in EUR wurde in den letzten drei Jahren schrittweise vor allem durch die Ausgabe von Anleihen erhöht. Dadurch erzielte Swisscom eine bessere Diversifikation der Finanzierungsquellen. Ende 2016 betrugen die finanziellen Verbindlichkeiten CHF 8,5 Milliarden, davon 73% in CHF, 25% in EUR und 2% in USD. Die Währungsumrechnung ausländischer Konzerngesellschaften, besonders von Fastweb in Italien, beeinflusst die Darstellung der Vermögens- und Ertragslage in der Konzern­rechnung. Die im Konzerneigen­kapital erfassten kumulierten Differenzen aus der Währungs­umrechnung ausländischer Tochtergesellschaften betrugen 2016 vor Abzug von Steuereffekten unverändert zum Vorjahr CHF 2,2 Milliarden. Ein Teil der Verbindlichkeiten in EUR wurde als Währungsabsicherung (Hedging) der Nettoinvestition in Fastweb designiert.

Kapitalmarkt

Die internationalen Aktienmärkte sind 2016 gesunken. Der schweizerische Leitindex SMI ging um 6,8% zurück. Swisscom hält die überschüssige Liquidität in Form flüssiger Mittel und kurzfristiger Geldmarktanlagen. Es bestehen nur unbedeutende direkte Finanzanlagen in Aktien oder anderen langfristigen Finanz­anlagen. Das Vermögen von rund CHF 10 Milliarden der rechtlich unabhängigenStiftung comPlan, der Swisscom Pensionskasse in der Schweiz, ist in Aktien, Obligationen und anderen Anlagekategorien angelegt und unterliegt damit den Kapitalmarkt­risiken. Indirekt beeinflusst dies die in der Swisscom Konzernrechnung dargestellte Finanzlage.

Siehe unter www.swisscom.ch/​investor

Gesetzliches und regulatorisches Umfeld

Rechtliche Rahmenbedingungen für Swisscom

­Swisscom ist eine spezialgesetzliche Aktiengesellschaft nach Schweizer Recht. Sie wird durch das Tele­kommuni­kations­unternehmungs­gesetz (TUG), das Aktienrecht und die Statuten organisiert. In ihrer Tätigkeit hat sie sich in erster Linie nach der Fernmelde- und Rundfunkgesetzgebung zu richten. Daneben untersteht Swisscom den für die gesamte Wirtschaft geltenden Regeln, namentlich dem Wettbewerbsrecht. Als börsenkotierte Gesellschaft beachtet Swisscom zudem das Kapitalmarktrecht sowie die Verordnung des Bundesrats gegen übermässige Vergütungen bei börsen­kotierten Aktiengesellschaften (VegüV).

Tele­kommuni­kations­unternehmungs­gesetz (TUG) und Beziehung zur Schweizerischen Eidgenossenschaft (Bund)

Per 1. Januar 1998 sind die früheren PTT-Betriebe durch Gesetz in «Die Schweizerische Post» und die «­Swisscom AG» umgewandelt worden (daher die Bezeichnung spezialgesetzliche Aktien­gesellschaft). Nach TUG und Statuten erbringt Swisscom im In- und Ausland Fernmelde- und Rundfunkdienste sowie damit zusammenhängende Produkte und Dienstleistungen. Gemäss TUG muss der Bund die kapital- und stimmenmässige Mehrheit an Swisscom halten. Für eine Aufgabe der Mehrheit des Bundes müsste das TUG geändert werden. Swisscom ist ferner verpflichtet, mit den Personal­verbänden Verhandlungen zum Abschluss eines Gesamt­arbeitsvertrags zu führen. Der Bundesrat legt für jeweils vier Jahre die Ziele fest, die der Bund als Haupt­aktionär erreichen will. Diese umfassen strategische, finanzielle und personalpolitische Ziele sowie Ziele hinsichtlich Kooperationen und Beteiligungen. Um Transparenz zu gewährleisten, sind die Ziele für die übrigen Aktionäre öffentlich. Die Absichten des Bundes fliessen in die vom Verwaltungsrat von Swisscom zu setzenden strategischen und operativen Unternehmensziele ein. Für die Berichtsperiode gelten die Ziele 2014 bis 2017. Der Bundesrat hat für Swisscom die folgenden finanziellen Ziele festgelegt:

  • Swisscom steigert langfristig den Unternehmenswert. Sie weist bezüglich Gesamtrendite, bestehend aus Dividendenausschüttung und Aktienkursentwicklung, eine Leistung auf, die mit vergleichbaren Tele­kommunikations­unternehmen in Europa Schritt hält.
  • Swisscom betreibt eine Dividendenpolitik, die dem Grundsatz der Stetigkeit folgt und eine im Vergleich mit anderen börsenkotierten Unternehmen in der Schweiz attraktive Dividenden­rendite gewährleistet. Dabei berücksichtigt sie die Erfordernisse einer nachhaltigen Investitionstätigkeit, einer risikogerechten und branchenüblichen Eigenkapitalquote sowie eines jederzeit einfachen Zugangs zu den Kapitalmärkten.
  • Die Nettoverschuldung von Swisscom darf höchstens 2,1x EBITDA (Betriebsergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) betragen. Zeitweise Überschreitungen dieser Quote sind zulässig.

Der Bundesrat erwartet zudem, dass Swisscom Kooperationen (Beteiligungen, Allianzen, Gründungen von Gesellschaften sowie andere Formen der Zusammenarbeit) nur eingeht, wenn diese zur nachhaltigen Steigerung des Unternehmenswerts beitragen, sich führungsmässig gut betreuen lassen und möglichen Risiken genügend Rechnung tragen. Im Ausland dürfen keine Beteiligungen an Tele­kommunikations­gesellschaften mit Grundversorgungsauftrag eingegangen werden. Andere Beteiligungen im Ausland sind möglich, wenn sie das Kerngeschäft im Inland unterstützen oder eine andere strategisch-industrielle Logik aufweisen.

Siehe unter www.admin.ch
Fernmeldegesetz (FMG)

Das Fernmeldegesetz regelt, zu welchen Bedingungen marktbeherrschende Anbieter anderen Anbietern von Fernmeldediensten ihr Netz zur Verfügung stellen müssen. Es umfasst einen abschliessenden Katalog von Zugangsformen und beschränkt sich im Anschlussbereich auf Kupfer­leitungen. Die im Gesetz genannten Zugangsdienste müssen zu regulierten Bedingungen und besonders zu kostenorientierten Preisen angeboten werden. Neben dem Netzzugang regelt das Gesetz die Sicherstellung der Grundversorgung. Ziel ist es, allen Bevölkerungskreisen in allen Landes­teilen eine zuverlässige und erschwingliche Grundversorgung mit Fernmeldediensten zu gewährleisten. Periodisch legt der Bundesrat den Leistungsumfang mit den entsprechenden Qualitäts- und Preisvorgaben fest. Die Grundversorgung beinhaltet unter anderem den flächendeckend garantierten Zugang zu einem Breitbandanschluss mit einer Downloadgeschwindigkeit von mindestens 2 Mbit/s. Im Jahr 2007 hat die Eidgenössische Kommunikationskommission (ComCom) die entsprechende Grundversorgungskonzession bis 2017 an Swisscom vergeben. Swisscom hat bisher die Auflagen der Grundversorgungskonzession gemäss den Qualitätskriterien des Fernmelderechts ohne Beanstandungen und ohne finanzielle Abgeltung erfüllt. Darüber hinaus regelt das Fernmelde­gesetz die Modalitäten zur Nutzung des Funkfrequenzspektrums.

Siehe unter www.admin.ch
Wettbewerbsrecht/Kartellgesetz

Das Kartellgesetz untersagt wettbewerbsschädliche Abreden zwischen Unternehmen. Es sank­tioniert missbräuchliche Verhaltensweisen von marktbeherrschenden Unternehmen und verbietet Unter­nehmens­zusammen­schlüsse, die zu einer Beseitigung des Wettbewerbs führen. Als missbräuchliche Verhaltensweise gilt beispielsweise die Diskriminierung von Handelspartnern bei Preisen oder sonstigen Geschäftsbedingungen.

Siehe unter www.admin.ch
Regulatorische Entwicklung 2016 in der Schweiz
Laufende Verfahren nach Fernmelde- und Wettbewerbsrecht

In den vergangenen Jahren sind gegen Swisscom unterschiedliche Verfahren nach dem Fernmelde- und dem Wettbewerbsrecht eröffnet worden. Die Wettbewerbskommission (Weko) hat Swisscom in einem Verfahren wegen Missbrauchs einer marktbeherrschenden Stellung bei ADSL-Diensten in der Zeit bis 2007 sanktioniert. Swisscom hat die Verfügung beim Bundesverwaltungsgericht angefochten. Dieses hat im Oktober 2015 den Weko-Entscheid grundsätzlich bestätigt und gegen Swisscom eine Sanktion von CHF 186 Millionen verhängt. Swisscom hat beim Bundesgericht Beschwerde gegen diesen Entscheid eingelegt. In einem weiteren Verfahren im Bereich der Übertragung von Live-Sport im Pay-TV hat die Weko eine Sanktion von CHF 72 Millionen gegen Swisscom wegen unzulässigem Verhalten bei der Vermarktung von Sportinhalten verfügt. Swisscom hat die Verfügung beim Bundesverwaltungsgericht angefochten. In einem dritten Verfahren hat die Weko eine Sanktion von CHF 8 Millionen gegen Swisscom wegen angeblich unzulässiger Bedingungen im Zusammenhang mit der Breitbandanbindung von Poststandorten verhängt. Swisscom hat auch gegen diesen Entscheid der Weko beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erhoben. Weitere Informationen zu den laufenden Verfahren sind in den Erläuterungen 28 und 29 des Anhangs zur Konzernrechnung enthalten.

Grundversorgung 2018 bis 2023

Der Bundesrat hat am 2. Dezember 2016 die Revision der Verordnung über Fernmeldedienste (FDV) verabschiedet, die den Inhalt der Grundversorgung im Fernmeldebereich ab 2018 definiert. Ab dann werden die klassischen Analog- und Digitalanschlüsse durch einen multifunktionalen Anschluss ersetzt. Ausserdem werden die minimale Datenübertragungsrate für den Internet­zugang auf 3000/300 kbits/s erhöht und die Dienste für Menschen mit Behinderungen ausgebaut. Die Eidgenössische Kommunikationskommission (ComCom) hat die Grundversorgungskonzession für die Jahre 2018 bis 2023 an Swisscom erteilt.

Revision des Fernmeldegesetzes (FMG)

Der Bundesrat hat eine Vernehmlassung zur Revision des Fernmeldegesetzes (FMG) durchgeführt. Gestützt auf die Vernehmlassungsergebnisse wurde das Eidgenössische Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) beauftragt, bis September 2017 eine Botschaft zur Änderung des FMG auszuarbeiten. Die Gesetzesvorlage soll den Konsumenten- und Jugendschutz stärken, unter anderem mit der Bekämpfung missbräuchlicher Werbeanrufe oder der Kinderpornografie, sowie mit der Einführung von Massnahmen bei den Roamingpreisen. Konkrete Vorschläge werden auch bei der Transparenzpflicht zur Netzneutralität und bezüglich einer Regelungsmöglichkeit des Bundesrats hinsichtlich des Zugangs zu neuen Netztechnologien im Falle einer Markt­beherrschung erarbeitet. Auch sollen die Fernmeldedienstanbieter administrativ entlastet, die Nutzung von Frequenzen flexibilisiert und der Zugang zu Gebäudeinstallationen und Verzeichnisdaten verbessert werden. Schliesslich brauche es Normen bezüglich Internet-Domainnamen, Notruf und Kommunikation in ausserordentlichen Lagen.

Regulatorische Unterschiede zur Europäischen Union

In der Europäischen Union (EU) verfügt die Regulierungsbehörde über weitreichende Kompetenzen, Märkte zu analysieren und Unternehmen mit beträchtlicher Marktmacht Verpflichtungen hinsichtlich Nichtdiskriminierung, Transparenz und Zugangsformen aufzuerlegen (sogenannte Ex-ante-­Regulierung). Der Schweizer Gesetzgeber hat eine solch umfangreiche Regulierung abgelehnt, da in der Schweiz andere Marktverhältnisse als in den meisten EU-Mitgliedländern bestehen. So herrscht in der Schweiz ein nahezu flächendeckender Wettbewerb zwischen Swisscom und den Kabelnetz­betreibern. Zudem sind städtische und regionale Elektrizitätswerke in den Markt ein­getreten. Die Schweizer Verhältnisse verlangen deshalb eine andere Regulierung als Länder wie Frankreich oder Italien, in denen es im Wesentlichen nur einen einzigen Anschlussnetzbetreiber gibt und wo sich kein Plattformwettbewerb entwickelt hat.

Gesetzliches und regulatorisches Umfeld in Italien
Die rechtlichen Rahmenbedingungen für Fastweb

Als Mitglied der Europäischen Union ist Italien verpflichtet, seine nationale Gesetzgebung in Einklang mit der europäischen Rechtsgrundlage zu bringen. Es ist die Aufgabe der italienischen Telekommunikationsregulierungsbehörde Autorità per le Garanzie nelle Comunicazioni (AGCOM), Unternehmen auf Grundlage einer von der Europäischen Kommission bestimmten Analyse der Märkte behörd­liche Auflagen aufzuerlegen. Entwürfe solcher Vorschriften und entsprechende Regulierungen müssen der Europäischen Kommission und den Regulierungsbehörden der anderen Mitglied­staaten vor­gelegt werden, die sich dazu äussern oder ein Veto einlegen dürfen. Die Geschäftstätigkeiten von Fastweb, der italienischen Tochtergesellschaft von Swisscom, werden somit vom italienischen und europäischen Telekommunikationsrecht und von dessen Anwendung stark beeinflusst.

Regulatorische Entwicklung 2016 in Italien

Die AGCOM führte 2016 öffentliche Konsultationen im Hinblick auf die Genehmigung der Referenz­angebote von Telecom Italia (TIM) für den Zeitraum 2015 bis 2016 für Entbündelungs-, Bitstream- und NGA-Dienste (New-Generation-Access-Network-Dienste) sowie WLR-Dienste (Wholsesale-Line-Rental-Dienste) durch. Die endgültigen Beschlüsse werden bis Mitte 2017 erwartet.

Die AGCOM schloss 2016 die Marktanalyse über Festnetz- und Mobilfunk-Terminierungsentgelte ab und legte die Höchstentgelte für die Terminierung für den Zeitraum 2015 bis 2017 für mobile Dienste und für 2017 bis 2019 für feste Dienste fest. In beiden Fällen wurde die Verpflichtung zur Kostenorientierung und Gleichbehandlung beibehalten, den Betreibern jedoch die Möglichkeit gegeben, unterschiedliche Terminierungsentgelte für Anrufe, die von ausserhalb der EU-Mitgliedsstaaten kommen, auf dem Prinzip der Gegenseitigkeit beruhend geltend zu machen. Auch Full-­Service MVNOs werden künftig den regulierten Terminierungsentgelten unterliegen.

Anspruchsgruppen von Swisscom

Der Dialog mit den Anspruchsgruppen erfolgt abhängig von der Tiefe der Beziehung sowie der Interessenlage der einzelnen Anspruchsgruppen. Nicht zuletzt entscheidet die Grösse der einzelnen Anspruchsgruppe über die Arten und Möglichkeiten des Dialogs.

Kunden

­Swisscom befragt Privatkunden systematisch nach ihren Bedürfnissen und ihrer Zufriedenheit. So erfassen Customer-Relationship-Manager Kunden­bedürfnisse direkt im Kontakt mit dem Kunden. Weiter finden regelmässig repräsentative Umfragen zur Kundenzufriedenheit statt. Diese um­fassen unter anderem die Frage, in welchem Umfang die Kunden Swisscom als ein gegenüber Umwelt und Gesellschaft verantwortungsvoll handelndes Unternehmen wahrnehmen.

Unter den Geschäftskunden finden vierteljährlich Umfragen statt – darunter zu Fragen der Nachhaltigkeit. Swisscom pflegt zudem regelmässige Kontakte mit den Konsumentenverbänden aller Sprachregionen und unterhält Blogs sowie weitere Online-Diskussionsplattformen. Insgesamt ergeben die Befragungen das folgende Bild: Die Kunden erwarten einen guten Service, eine attraktive Preisgestaltung, Markttransparenz, ein verantwortungsvolles Marketing, eine flächen­deckende Versorgung, ein stabiles Netz, strahlungsarme Kommuni­kations­techno­logien sowie nachhaltige Produkte und Dienstleistungen.

Aktionäre und Fremdkapitalgeber

Zusätzlich zur jährlichen Generalversammlung pflegt Swisscom den regelmässigen Austausch mit ihren Aktionären an Analystenpräsentationen, Roadshows und in regelmässigen Telefonkonferenzen. Mit Vertretern der Schweizerischen Eidgenossenschaft (Bund) als Mehrheitsaktionärin findet ein regelmässiger Informationsaustausch statt. Ferner unterhält Swisscom seit Jahren Kontakte zu zahlreichen Fremdkapitalgebern sowie Ratingagenturen. Die Aktionäre und Fremdkapitalgeber erwarten von Swisscom in erster Linie Stabilität, Rentabilität und Innovation.

Behörden/Anwohner

­Swisscom pflegt mit Behörden des Bundes, der Kantone und der Gemeinden einen intensiven Austausch. Ein zentrales Thema ist dabei der Ausbau der Netzinfrastruktur. Mobile Daten­anwendungen erfreuen sich bei den Kunden steigender Beliebtheit. Es ist offenkundig, dass der Mobilfunk zwar genutzt und geschätzt, der Ausbau der dafür erforderlichen Infrastruktur jedoch nicht immer akzeptiert wird.

Beim Netzausbau führen unterschiedliche Interessen zu Spannungen. Swisscom führt seit Jahren einen Dialog mit Gemeindebehörden und Anwohnern über die Netzplanung. Dieser Dialog bietet den Betroffenen bei Bauvorhaben die Gelegenheit, geeignete Alternativstandorte vorzuschlagen. Ebenso pflegt Swisscom zu weiteren Themen und bei anderen Gelegenheiten den regelmässigen Austausch mit Behörden; so etwa im Rahmen des jährlich durchgeführten Zweitageseminars «Schulen ans Internet», zu dem die ICT-Verantwortlichen der kantonalen Erziehungsdirektionen eingeladen sind. Dabei erwartet die Anspruchsgruppe der Behörden, dass Swisscom ihre Verantwortung gegenüber der Öffentlichkeit und besonders gegenüber den Jugendlichen entschieden wahrnimmt.

Gesetzgeber

­Swisscom setzt sich mit politisch und regulatorisch relevanten Themen aus­einander. Das Unternehmen pflegt dabei einen regelmässigen Dialog mit Behörden, Parteien und Verbänden. Swisscom bringt sich im Rahmen von relevanten Gesetzgebungsverfahrens konstruktiv ein.

Lieferanten

Die Beschaffungsorganisationen von Swisscom setzen sich regelmässig mit Lieferanten und Lie­ferantenbeziehungen auseinander. Sie analysieren Bewertungsresultate, formulieren Zielverein­barungen und prüfen die Leistungserfüllung. Einmal jährlich treffen sich die Beschaffungsorganisationen am Key Supplier Day mit ihren wichtigsten Lieferanten. Im Zentrum stehen dabei die Risikoverminderung und die Verantwortung in der Lieferkette. Für den Dialog mit globalen Lieferanten setzt Swisscom zusätzlich auf internationale Branchenkooperationen.

Medien

Swisscom pflegt einen intensiven Austausch mit Medienschaffenden während sieben Tagen in der Woche. Die Medienarbeit von Swisscom orientiert sich an fachlich-journalistischen Grund­sätzen. Neben der Medienstelle pflegen Vertreter des Managements einen regelmässigen Dialog mit Journalisten und stehen für Interviews und weiterführende Hintergrundgespräche zur Verfügung.

Mitarbeitende und Personalvertretung

Swisscom fördert dank einer Vielzahl von Kommunikationsplattformen und -massnahmen sowie einer entsprechenden Unternehmenskultur den Dialog und Austausch mit den Mitarbeitenden. Swisscom hat 2016 eine neue Form der Mitarbeitendenbefragung entwickelt, die den Ansprüchen der Organisation besser gerecht wird. Die neue Befragung erfolgt dreimal im Jahr und ermöglicht es jedem einzelnen Mitarbeitenden, den jeweiligen Teams sowie der gesamten Organisation auf Feedback zu reagieren und Verbesserungen umzusetzen.

Die Zukunft von Swisscom mitzugestalten, ist eine der wichtigsten Aufgaben der Personalvertretung. Mit den Personalvertretern organisiert Swisscom zweimal jährlich einen runden Tisch. Die Anliegen der Mit­arbeitenden fallen vor allem in die Bereiche Sozialpartnerschaft, Berufs- und Weiterbildung, Diversity, Gesundheit und Arbeitssicherheit. Mit Teams aller Organisationseinheiten führt Swisscom den auf Nachhaltigkeitsthemen ausgerichteten Hallo-Zukunft-Dialog durch. Im Rahmen dieses Dialogs informiert Swisscom die Mitarbeitenden über ihr Nachhaltigkeitsengagement und ermuntert sie, im Alltag Nachhaltigkeitsmassnahmen umzusetzen.

Partner und NGOs

Der Austausch mit Partnern im Rahmen von Projekten ist Swisscom wichtig: so beispielsweise mit dem WWF, mit myclimate, mit Kinderschutz Schweiz, mit Brot für alle/Fastenopfer und mit Organisationen, die sich um die spezifischen Bedürfnisse betroffener Gruppen kümmern. Gelebte Partnerschaften sowie ein soziales und ökologisches Engagement von Swisscom besitzen für die Anspruchsgruppe der Partner und NGOs eine besonders hohe Relevanz. Die Website von Swisscom vermittelt eine Übersicht der jeweiligen Anspruchsgruppen.

Öffentlichkeit

Kontakte mit der Öffentlichkeit erfolgen durch Messen, Events, Veranstaltungen, über die sozialen Medien wie auch direkt über die Website von Swisscom, durch Umfragen in der Bevölkerung oder wie 2016 durch die Energy Challenge. Bei der Energy Challenge handelt es sich um eine Aktion des Bundesamts für Energie, an der sich Swisscom als Hauptpartnerin beteiligt hat.

Entwicklung des Markts für Telekommunikations- und Informatik­dienst­leistungen

Schweizer Tele­kommuni­kations­markt

Der Schweizer Tele­kommuni­kations­markt ist im internationalen Vergleich hoch entwickelt. Ihn prägen Innovation sowie ein vielfältiges Angebot an Produkten und Dienstleistungen rund um die Sprach- und Datenkommunikation. Gesamthaft erzielt der Schweizer Tele­kommuni­kations­markt ein Umsatzvolumen von schätzungsweise CHF 12 Milliarden. Er ist durch die voranschreitende Digitalisierung und Vernetzung geprägt. Neben den etablierten nationalen Tele­kommunikations­unternehmen treten zunehmend neue, global agierende Wettbewerber in den Schweizer Tele­kommunikationsmarkt ein. Diese Anbieter stellen weltweit internetbasierte Gratis- sowie Bezahldienste einschliesslich Telefonie, Messaging oder Streaming zur Verfügung. Zudem spielen Cloud-Lösungen eine immer bedeutendere Rolle, wodurch sich Speicherkapazität, Rechnerleistung, Software und Dienste zunehmend ins Internet verlagern. Diese Entwicklungen führen insgesamt zu einer rasant wachsenden Nachfrage nach hohen Bandbreiten, die den Zugriff auf Daten und Anwendungen mit hoher Geschwindigkeit und mit hoher Qualität erlauben. Zunehmend steht die Sicherheit und die jederzeitige Verfügbarkeit von Daten und Diensten im Vordergrund. Moderne leistungsfähige Netzinfrastrukturen bilden dafür die Grundlage. Daher baut Swisscom sowohl im Festnetz- als auch im Mobilfunkbereich an den Netzen der Zukunft. Swisscom bietet technologieübergreifende Bündelangebote an, die neben einem Festnetzbreitbandanschluss mit Internet, TV und Telefonie zusätzlich einen Mobilfunkanschluss beinhalten. Der Schweizer Telekommunika­tionsmarkt lässt sich somit in die für Swisscom relevanten Teilmärkte Mobilfunk, Breitband, TV und Festnetztelefonie gliedern.

WSGE_DP_GR_SCS_Anschluesse
Mobilfunkmarkt

In der Schweiz werden drei eigenständige und grossflächige Mobilfunknetze betrieben, auf denen die Betreiber eigene Produkte und Dienstleistungen vermarkten. Zudem bieten andere Marktteilnehmer als sogenannte MVNO (Mobile Virtual Network Operator) ein eigenes Mobilfunkangebot an. Auch Swisscom stellt ihr Mobilfunknetz Drittanbietern zur Verfügung, die ihren Kunden über das Swisscom Netz eigene Produkte und Dienstleistungen anbieten.

Aufgrund der hohen Marktdurchdringung ist im Schweizer Mobilfunk eine Marktsättigung fest­zustellen. Die Anzahl Mobilfunkanschlüsse (SIM-Karten) in der Schweiz stagnierte Ende 2016 gesamthaft bei rund 11 Millionen. Wie schon im Vorjahr nahm die Anzahl der Postpaid-Abonnemente zu, während die Anzahl der Prepaid-Kunden abnahm. Der Anteil der Postpaid-Abonnemente beträgt nunmehr rund 65% (Vorjahr rund 62%). Die Durchdringung mit Mobilfunkanschlüssen in der Schweiz liegt weiterhin bei über 130%.

Um den Kunden ein optimales Erlebnis zu bieten, baut Swisscom ihr Mobilfunknetz stetig mit den neusten Technologien aus. Der Wettbewerb im Schweizer Mobilfunkmarkt ist weiterhin dynamisch. Dies zeigen die Anpassungen der Angebotsportfolios durch die Marktteilnehmer im Laufe des Jahres 2016. Swisscom hat zum Beispiel mit Natel infinity 2.0 neue Mobilfunk­abonnemente eingeführt, die dem Kunden einen grösseren Leistungsumfang bieten. Durch diese Abonnemente sind Swisscom Kunden zum Pauschaltarif und unbegrenzt in der Lage, mobil in alle Schweizer Netze zu telefonieren, SMS zu versenden und im Internet zu surfen. Die einzelnen Angebote unterscheiden sich vor allem hinsichtlich der Geschwindigkeit im mobilen Datenverkehr sowie der inkludierten Tage und Datenvolumen bei der Nutzung im Ausland. Neu sind ferner der Abschluss eines Abonnements ohne Gerätebezug sowie die zinsfreie Ratenzahlung bei Gerätebezug möglich. Nutzern, die nur gelegentlich auf das Mobilfunknetz zugreifen, bietet Swisscom Prepaid-Angebote ohne monatliche Abonnementsgebühr an.

WSGE_DP_GR_Marktanteile_Entwicklung_Mobilfunk
WSGE_2_DP_GR_Marktanteile_Entwicklung_Mobilfunk

­Der Marktanteil von Swisscom liegt 2016 bei 60% (Postpaid 63%, Prepaid 55%). Dies entspricht gegenüber dem Vorjahr einer Zunahme von einem Prozentpunkt. Dies ist vor allem darauf zurückzuführen, dass die Anzahl an Prepaid-Kunden bei Swisscom geringer als bei den anderen Markt­teilnehmern zurückgegangen ist. Die Preise für Mobilfunkdienste sind 2016 wettbewerbsbedingt wie in den Vorjahren gesunken.

Festnetz

Die Schweiz ist nahezu vollständig mit leitungsgebundenen Breitbandnetzen erschlossen. Neben den Festnetzen der Tele­kommuni­kations­anbieter existieren Kabelnetze von Kabelnetzbetreibern. Zudem bauen und betreiben auf regionaler Ebene neue Marktteilnehmer wie beispielsweise in Städten und Gemeinden tätige Versorgungsunternehmen Glasfasernetze in eigener Regie. Um den steigenden Ansprüchen an die Netze gerecht zu werden, baut Swisscom ihr bestehendes Festnetz zu einem leistungsstarken, auf hochmoderner Glasfaser- und IP-Technologie basierenden Ultra­breitbandnetz aus. Denn der leitungsgebundene Breitbandanschluss hat sich zunehmend zum Grund­anschluss des Kunden entwickelt. Er bildet die Grundlage für ein vielfältiges Produktangebot nationaler wie auch global agierender Wettbewerber. Swisscom bietet im Festnetzbereich neben Einzelprodukten unterschiedliche, auf die Kunden­bedürfnisse zugeschnittene Bündelangebote an, die neben dem Breitbandanschluss wahlweise TV und/oder Festnetztelefonie umfassen.

Breitbandmarkt

Auf den Netzen von Telekomanbietern und Kabelnetzbetreibern basierende Infrastrukturen sind in der Schweiz die meistverbreiteten Zugangstechnologien für leitungsgebundene Breitband­anschlüsse. Ende 2016 hat die Anzahl der Retail-Breit­band­anschlüsse in der Schweiz rund 3,7 Millionen betragen, was einem Anteil von rund 85% der Haushalte und Geschäfte entspricht.

WSGE_DP_GR_Marktanteile_Entwicklung_Breitband
WSGE_2_DP_GR_Marktanteile_Entwicklung_Breitband

Die Zahl der Breit­band­anschlüsse ist 2016 um rund 3% gewachsen (Vorjahr 4%). Dabei war im Gegensatz zum Vorjahr das Wachstum der Breit­band­anschlüsse der Kabelnetz­betreiber tiefer als das Wachstum der Breitband­anschlüsse der Tele­kommuni­kations­anbieter. Von den Neuzugängen entfielen 2016 mehr als drei Viertel auf Anschlüsse von Tele­kommuni­kations­anbietern, womit deren Marktanteil – gemessen an der Anzahl Breit­band­anschlüsse – bei 67% (Vorjahr 66%) lag. Davon entfielen 54% (Vorjahr 54%) auf Swisscom Endkunden und 13% (Vorjahr 12%) auf Swisscom Whole­sale-Angebote sowie vollständig entbündelte Anschlüsse.

TV-Markt

Die Übertragungsarten für TV-Signale in der Schweiz sind der Kabelanschluss, der Breitband­anschluss, der Satellitenempfang, der Empfang über Antennen (terrestrisch) sowie der Mobilfunk. Der Schweizer TV-Markt ist nahezu vollständig digitalisiert, da die grossflächige Verbreitung analoger TV-Signale inzwischen eingestellt worden ist. Das hochauflösende Fernsehen (Full HD) hat sich zum Standard entwickelt. Seit dem Frühjahr 2016 ermöglicht Swisscom auf ihrem Netz den Empfang von ultrahochauflösenden TV-Signalen (UHD). UHD ist die Nachfolgetechnologie von Full HD und liefert eine rund viermal höhere Bildqualität. Allerdings befindet sich das UHD-Programm­angebot zurzeit noch in der Startphase.

Der Schweizer TV-Markt ist geprägt von vielfältigen Angeboten der nationalen Marktteilnehmer. Zudem drängen weitere internationale Unternehmen auf den Schweizer TV-Markt. Diese bieten TV- wie auch Streaming-Dienste an, die unabhängig vom Internetanbieter über einen bestehenden Breitbandanschluss genutzt werden. Im Jahr 2016 hat die Wettbewerbsdynamik vor allem im Bereich der Fernsehinhalte zugenommen. Dies zeigt sich an der Neuvergabe der Übertragungsrechte für Fussball und Eishockey nationaler und internationaler Ligen. Einerseits hat der Bezahlfernsehsender Teleclub, eine Swisscom Tochtergesellschaft, ab der Saison 2017/2018 wie für die Jahre zuvor den Zuschlag für die Ausstrahlungsrechte der Schweizer Fussballligen erhalten. Andererseits haben nationale Kabelanbieter die Übertragungsrechte der Schweizer Eishockeyligen ab der Saison 2017/2018 erworben, die zurzeit noch bei Teleclub liegen.

WSGE_DP_GR_Marktanteile_Entwicklung_DigitalTV
WSGE_2_DP_GR_Marktanteile_Entwicklung_DigitalTV

Knapp 90% der TV-Anschlüsse werden über das Kabel- oder das Breitbandnetz bereitgestellt. Swisscom hat ihren Marktanteil dank des eigenen digitalen Fernsehangebots Swisscom TV in den letzten Jahren kontinuierlich gesteigert. Ende 2015 gelang es Swisscom, die Marktführerschaft zu erringen und hat diese bis Ende 2016 mit einem Marktanteil von 32% weiter ausgebaut (Vorjahr 29%).

Markt der Festnetztelefonie

Die Festnetztelefonie basiert hauptsächlich auf den Anschlüssen der Festnetze der Tele­kommunikations­anbieter und der Kabelnetze. Die Anzahl Festnetzanschlüsse von Swisscom nimmt kontinuierlich ab. Dieser Trend hat sich 2016 fortgesetzt, wobei die Anzahl der Festnetz­telefonieanschlüsse von Swisscom um rund 7% auf 2,3 Millionen gesunken ist. Hauptgrund für die Abnahme war die Substitution von Festnetztelefonie­anschlüssen durch den Mobilfunk.

Markt für Informatik­dienst­leistungen Schweiz

Der Markt für Informatik­dienst­leistungen hat 2016 ein Umsatzvolumen von CHF 8,6 Milliarden erreicht. Für 2019 wird das gesamte Marktvolumen auf CHF 9,3 Milliarden geschätzt. Swisscom erwartet das grösste Wachstum im Bereich Business Process Outsourcing (BPO) und im Segment der auf Infrastrukturprojekte und Applikationen ausgerichteten Dienstleistungen, darunter besonders in den Bereichen Cloud und Security. Dieses Wachstum ergibt sich aus der zunehmenden Anzahl businessgetriebener ICT-Projekte. Die Kunden erwarten in der Regel branchen- und prozess­spezifisch ausgerichtete Dienstleistungen mit entsprechender Beratung.

WSGE_DP_GR_Marktanteile_Entwicklung_Drittumsatz
WSGE_2_DP_GR_Marktanteile_Entwicklung_Drittumsatz

Die Bewegung im Markt und IT-Innovationen schaffen neue Chancen für Swisscom. Als eine der wenigen Anbieterinnen von ganzheitlichen Digitalisierungslösungen hilft Swisscom Unternehmen, das Kundenerlebnis zu verbessern, Prozesse zu vereinfachen und zu automatisieren sowie bestehende Lösungen zu integrieren. Zudem entwickelt Swisscom mit ihren Kunden im Co-Creation-­Modus neue IT-Services. Dadurch wird Swisscom als Treiberin der Digitalisierung in der Schweizer Wirtschaft wahrgenommen. Sie ist dank eines Marktanteils von rund 9% auf dem Schweizer Markt weiterhin eine der grössten Anbieterinnen von Informatik­dienst­leistungen.

Breitbandmarkt Italien

Mit einem Umsatzvolumen von rund EUR 13 Milliarden ist der italienische festnetzbasierte Breitbandmarkt der viertgrösste in Europa. Im Gegensatz zu den meisten anderen europäischen Ländern gibt es in Italien keine wesentlichen Kabelnetzanbieter, die Breitbanddienste anbieten. Rund 55% der Haushalte und Geschäfte in Italien haben Zugang zu festnetzbasierten Breitbanddiensten; die Durchdringung mit Breitband liegt daher weit unter dem europäischen Durchschnitt, aber die Akzeptanz beschleunigt sich, angetrieben hauptsächlich durch den Einsatz neuer Glasfasernetze und durch die zunehmende Nutzung von Online-Diensten wie Online Streaming oder Gaming. Der italienische Markt wird weiterhin von Bündelprodukten bestimmt, die Sprach- und Breitbanddienste kombinieren. Auch Konvergenzangebote für Festnetz und Mobilfunk werden immer beliebter. Aufgrund des wettbewerbsintensiven Umfelds steht der Markt unter erheblichem Preisdruck. Ultraschnelle Breitbanddienste sind populärer geworden und decken nunmehr über 50% des Landes ab. Einer der Marktführer bei Glasfaser/VDSL-Angeboten ist Fastweb. Enel, der grösste Strom­erzeuger und -versorger in Italien, hat eine neue Gesellschaft (Enel Open Fiber) gegründet, mit dem Ziel, in ausgewählten italienischen Städten ein Glasfaserzugangsnetz bereitzustellen und dieses als Betreiber auf Vorleistungsebene an Tele­kommunikations­unternehmen zu verkaufen. Die Regierung hat im Jahr 2016 mehrere öffentliche Aufträge für die Errichtung neuer öffentlicher Glasfaserzugangsnetzwerke ausgeschrieben, um bis 2020 Gebiete, in denen der Markt versagt, abzudecken.

WSGE_DP_GR_Marktanteile_Entwicklung_Breitband_Italien
WSGE_2_DP_GR_Marktanteile_Entwicklung_Breitband_Italien

Fastweb ist mit einem Marktanteil von 16% einer der führenden Anbieter in Italien. Für Dienst­leistungsanbieter erweist sich eine dauerhafte landesweite Präsenz angesichts der Komplexität von Produkten und Dienstleistungen als immer wichtiger. Der Ausbau der Breitbandnetze in Italien wird mit Hochdruck fortgesetzt: Fastweb und Telecom Italia beabsichtigen, bei der Verlegung von Glasfasern bis in die Gebäude (FTTH) zu kooperieren. Bis Ende 2020 sollen 13 Millionen und damit die Hälfte der Haushalte und Geschäfte in Italien mit Ultrabreitband erschlossen sein. Fastweb hat sich ferner dazu entschlossen, das eigene Vertriebsnetzwerk auszubauen, die Effizienz der Struktur der Vertriebshändler zu verbessern und die Investitionen in die eigenen Vertriebsstellen in den grösseren Städten Italiens zu erhöhen.