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1 Änderungen in den Rechnungs­legungs­grund­sätzen

Neu anzuwendende IFRS Standards per 1. Januar 2018

Ab 1. Januar 2018 wendet Swisscom verschiedene Änderungen der bestehenden International Financial Reporting Standards (IFRS) und Interpretationen an, welche mit Ausnahme der nachfolgend dargestellten Änderungen keinen wesentlichen Einfluss auf das Ergebnis oder die Finanzlage des Konzerns haben.

Die neu anzuwendenden IFRS Standards haben folgende Auswirkungen auf das Eigenkapital per 1. Januar 2018:


In Mio. CHF
 
31.12.2017
  Anwendung
IFRS 9
  Anwendung
IFRS 15
 
01.01.2018
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen   2’389   (30)     2’359
Übrige operative Vermögenswerte   729   (2)   428   1’155
Latente Ertragssteuerguthaben   197   7     204
Übrige finanzielle Vermögenswerte   415   11     426
Übrige Vermögenswerte   18’328       18’328
Total Vermögenswerte   22’058   (14)   428   22’472
Übrige operative Verbindlichkeiten   1’165     41   1’206
Latente Ertragssteuerschulden   725   1   79   805
Übrige Verbindlichkeiten   12’523       12’523
Total Verbindlichkeiten   14’413   1   120   14’534
Total Eigenkapital   7’645   (15)   308   7’938
Total Verbindlichkeiten und Eigenkapital   22’058   (14)   428   22’472
IFRS 9 «Finanzinstrumente»

Der Standard umfasst neue Regelungen zur Klassifizierung und Bewertung von finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten, die Erfassung von Wertminderungen und die Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen. Aus den neuen Vorschriften haben sich in einigen Fällen Änderungen in der Klassifizierung von finanziellen Vermögens­werte ergeben. Bisher zum Anschaffungswert bilanzierte Beteiligungen müssen neu zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden. Aus den neuen Vorschriften zur Wert­minderung werden Verluste auf finanziellen Vermögenswerten früher erfasst. In der Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen ergeben sich für Swisscom keine Änderungen. Aus der erstmaligen Anwendung von IFRS 9 hat sich das Eigenkapital per 1. Januar 2018 um CHF 15 Mio. vermindert. Die Vorjahreszahlen wurden nicht angepasst.

IFRS 15 «Umsätze aus Verträgen mit Kunden»

Der neue Standard sieht im Grundsatz zu den bisher gültigen Vorschriften ein einziges, prinzipienbasiertes, fünfstufiges Modell vor, das auf alle Verträge mit Kunden anzuwenden ist. Nach IFRS 15 ist der Betrag als Umsatzerlös zu erfassen, der für die Übertragung von Gütern oder Dienstleistungen an Kunden als Gegenleistung erwartet wird. Hinsichtlich der Bestimmung des Zeitpunkts beziehungsweise des Zeitraums kommt es nicht mehr auf die Übertragung der Risiken und Chancen, sondern auf den Übergang der Kontrolle an den Gütern oder Dienstleistungen auf den Kunden an. Für Mehrkomponentenverträge regelt IFRS 15 explizit, dass der Transaktionspreis auf die einzelnen identifizierten Leistungsverpflichtungen im Verhältnis der relativen Einzelveräusserungspreise aufzuteilen ist. Der neue Standard enthält ausserdem neue Regelungen zu den Kosten zur Erfüllung und Erlangung eines Vertrags sowie Leitlinien zur Frage, wann solche Kosten zu aktivieren sind. Weiter fordert der Standard neue, umfangreichere Angaben im Anhang. IFRS 15 hat die nachfolgenden wesentlichen Auswirkungen auf den Konzern­abschluss von Swisscom:

Umsatz
  • Wird ein Mobilfunkgerät im Bündelangebot mit einem Mobilfunkvertrag verkauft, handelt es sich um ein Mehrkomponentengeschäft. Bisher wurde bei solchen Mehrkomponentenverträgen die gewährte Subvention auf dem Mobilfunkgerät vollständig dem Mobilfunkgerät zugeteilt und entsprechend beim Vertragsabschluss einmalig erfasst. Neu ist eine Umverteilung des Umsatzes auf die vorab gelieferte Komponente (Mobilfunk­gerät) vorzunehmen, so dass die Umsätze zeitlich früher erfasst werden. Die gesamte Umsatzhöhe bleibt über die Vertragslaufzeit unverändert.
  • Swisscom bietet Bündelangebote an, die Breitband und TV sowie wahlweise einen Festnetzanschluss mit Telefonie enthalten. Die Servicegebühren sind fix. Im Zusammenhang mit solchen Bündelangeboten werden Router und Set-Top Boxen verkauft welche bisher einmalig zum Zeitpunkt des Verkaufs als Umsatz erfasst wurden. Die Router und Set-Top Boxen können aufgrund der technischen Voraussetzungen ausschliesslich für Dienstleistungen von Swisscom genutzt werden. Umgekehrt können Swisscom Dienstleistungen nur mit Routern und Set-Top Boxen von Swisscom genutzt werden. Die Router und Set-Top Boxen stellen deshalb keine separaten Leistungsverpflichtungen dar. Die Umsätze aus dem Verkauf der Router und Set-Top Boxen werden ent­sprechend über die Laufzeit des zugrundeliegenden Servicevertrags verteilt.
  • Aufschaltgebühren wurden bisher abgegrenzt und über die Mindestvertragsdauer als Umsatz erfasst. Bestand keine Mindestvertragsdauer wurde der Umsatz zum Zeitpunkt der Aufschaltung realisiert. Nicht rück­erstattungsfähige Aufschaltgebühren, die keine separate Leistungsverpflichtung darstellen, werden künftig im gesamten Transaktionspreis berücksichtigt und den einzelnen Leistungsverpflichtungen des Kundenvertrags anteilig zugeordnet.
Vertragskosten
  • An Händler gezahlte Endgerätesubventionen und Provisionen (Vertragserlangungskosten) wurden bisher sofort als Aufwand erfasst. Künftig werden direkt zuordenbare Vertragserlangungskosten aktiviert und über die Vertragslaufzeit als Aufwand erfasst.
  • Die Kosten für Router und Set-Top-Boxen wurden bisher entsprechend der Umsatzerfassung zum Zeitpunkt des Verkaufs als Aufwand erfasst. In Zukunft werden diese als direkt zuordenbare Vertragserfüllungskosten ebenfalls aktiviert und über die Vertragslaufzeit des zugrundeliegenden Servicevertrags als Aufwand erfasst.

Swisscom hat für die erstmalige Anwendung von IFRS 15 den modifizierten rückwirkenden Ansatz gewählt. Nach dieser Übergangsmethode muss Swisscom IFRS 15 rückwirkend nur auf solche Verträge anwenden, die per 1. Januar 2018 noch nicht erfüllt waren. Der daraus resultierende Umstellungseffekt wurde per 1. Januar 2018 erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst. Die Vorjahreszahlen wurden nicht angepasst.

Aus der Umstellung per 1. Januar 2018 resultierte eine Erhöhung des Eigenkapitals um CHF 308 Mio. Der Effekt resultiert aus dem erstmaligen Ansatz von vertraglichen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten sowie abgegrenzten Vertragserlangungs- und Vertragserfüllungskosten. Die Entwicklung des ergebniswirksamen IFRS-15-Effekts ist abhängig von künftigen Geschäftsmodellen und Produkten, dem Vertriebskanalmix sowie der Mengen-, Preis- und Kostenentwicklung.

Nachfolgend sind die relevanten Abschlusspositionen nach den bisherigen und den neuen Rechnungs­legungs­grund­sätzen dargestellt:


In Mio. CHF
  IFRS 15
30.09.2018
  IAS 18/IAS 11
30.09.2018
 
Anpassung
             
Erfolgsrechnung
Nettoumsatz   8’689   8’693   (4)
Direkte Kosten   (2’119)   (2’054)   (65)
Personalaufwand   (2’098)   (2’098)  
Übriger Betriebsaufwand   (1’562)   (1’562)  
Aktivierte Eigenleistungen und übrige Erträge   321   302   19
Operatives Ergebnis vor Abschreibungen und Wertminderungen   3’231   3’281   (50)
Abschreibungen und Wertminderungen   (1’610)   (1’610)  
Operatives Ergebnis   1’621   1’671   (50)
Finanzertrag   35   35  
Finanzaufwand   (141)   (141)  
Ergebnis von Equity-bilanzierten Beteiligungen   3   3  
Ergebnis vor Ertragssteuern   1’518   1’568   (50)
Ertragssteueraufwand   (305)   (315)   10
Reingewinn   1’213   1’253   (40)

In Mio. CHF
  IFRS 15
30.09.2018
  IAS 18/IAS 11
30.09.2018
 
Anpassung
             
Bilanz
Übrige operative Vermögenswerte   1’271   893   378
Übrige Vermögenswerte   20’838   20’838  
Total Vermögenswerte   22’109   21’731   378
Übrige operative Verbindlichkeiten   1’044   1’003   41
Latente Ertragssteuerschulden   883   814   69
Übrige Verbindlichkeiten   11’868   11’868  
Total Verbindlichkeiten   13’795   13’685   110
Total Eigenkapital   8’314   8’046   268
Total Verbindlichkeiten und Eigenkapital   22’109   21’731   378

Änderungen von International Financial Reporting Standards und Interpretationen, die noch nicht zwingend anwendbar sind

IFRS 16 «Leasing»

Für den Leasingnehmer sieht IFRS 16 (gültig ab 1. Januar 2019) ein einziges Bilanzierungsmodell vor. Die bisher unter IAS 17 erforderliche Unterscheidung zwischen Finanzierungs- und Operating Leasingverhältnissen entfällt damit künftig für den Leasingnehmer. Der Leasingnehmer erfasst in seiner Bilanz eine Leasingverbindlichkeit für die künftig vorzunehmenden Leasingzahlungen sowie ein Nutzungsrecht am zugrundeliegenden Vermögenswert. Der Leasinggeber unterscheidet für Bilanzierungszwecke weiterhin zwischen Finanzierungs- oder Operating-­Leasing-Verhältnissen. Das Bilanzierungsmodell von IFRS 16 unterscheidet sich hierbei nicht wesentlich von den bisherigen Bestimmungen in IAS 17. Swisscom erwartet, dass die umfassenden Änderungen einen wesentlichen Einfluss auf die Konzernrechnung haben werden. Swisscom wird IFRS 16 nicht vollständig rückwirkend anwenden. Die Analyse der finanziellen Auswirkungen aus der Implementierung des neuen Standards ist noch nicht abgeschlossen. Aus diesem Grund ist eine verlässliche Schätzung der quantitativen Effekte zum heutigen Zeitpunkt noch nicht möglich.